Нередко на экскурсиях с немецкими гидами по достопримечательностям Германии значительную часть рассказа составляет информация об архитектуре прошлых веков. Бывает, что увлеченный специалист излишне насыщает свою лекцию архитектурными терминами, не слишком заботясь, как  их понимают слушатели, тем более те, для кого немецкий язык не является родным. Нижеприведенный толковый словарик немецких архитектурно-исторических терминов поможет в таких ситуациях. Его интересно просмотреть и перед чтением текстов соответствующей тематики на немецком языке.

 

Akanthus: Mittelmeerische Distelart mit großen, gezackten, an den Rändern eingerollten Blättern; seit der Antike ein in stilisierter Form verbreitetes Dekorationsmuster in Baukunst und Kunstgewerbe Allegorie: Die anschaulich-sinnbildliche, figürliche Darstellung eines abstrakten Begriffes (etwa Liebe, Gerechtigkeit)

 

Altarauszug: Obergeschoß des Altaraufbaus

 

Altarblatt: Mittelbild eines Retabels

 

Anna Selbdritt: Darstellung der hl. Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind Antependium (lat. das Davorhängende): Schmückende Verkleidung der Frontseite des Altarunterbaus aus kostbarem Stoff, bearbeiteten Metall- oder Holztafeln Apokalypse (griech. Offenbarung): Religiöse Literaturgattung, die den Wettlauf deutet und den Weltuntergang prophezeit; auch besondere Bezeichnung für die Offenbarung des Johannes im Neuen Testament

 

Apostelfiguren: Die zwölf Apostel sind durch folgende Attribute gekennzeichnet: Andreas mit X-förmigem Kreuz, Bartholomäus mit einem Messer, Jakobus d. Ä. (Maior) mit Stab und Muschel, Jakobus d.J. (Minor) mit einer Fahne, Johannes mit Kelch und Schlange, Judas Thaddäus mit einer Keule, Matthäus mit Winkelmaß und Beil, Paulus mit einem Schwert, Petrus mit einem Schlüssel, Philippus mit einem Kreuzstab, Simon mit der Säge und Thomas mit Winkel oder Lanze Apotheose: 1. Verklärung, Vergöttlichung einer besonderen Person; 2. In der Kunst: Darstellung einer solchen Erhebung Apsis: Meist halbrunder, mit einer Halbkuppel überdeckter Raum, der sich zu einem Hauptraum hin öffnet; in der christlichen Baukunst überwiegend der östliche Abschluß einer Kirche

 

Architrav: Der den Oberbau tragende Hauptbalken über Säulen oder Pfeilern

 

Archivolte: Vom Mauerwerk abgesetzte Einfassung eines Bogens als Fortsetzung der Gewändegliederung; bei romanischen und gotischen Portalen Bezeichnung der Bogenläufe im Gewände Arkade: Bogenstellung über Säulen oder Pfeilern

 

Atlant: Steinerne Gebäude- oder Gebälkstütze in Form einer männlichen Figur, benannt nach dem das Himmelsgewölbe stützenden Titan Atlas in der griechischen Mythologie; weibliches Gegenstück: Karyatide

 

Atrium: Von Säulen getragener Innenhof des römischen Wohnhauses mit einer mittleren Öffnung im Dach; in der christlichen Baukunst von Säulenhallen umgebener westlicher Vorhof einer Kirche Attika: Niedriges Geschoß oder brüstungsartige Aufmauerung über dem Hauptgesims eines Gebäudes Baldachin: In der Baukunst dachartiger Aufbau über einem Altar, Bischofsstuhl, einer Statue oder einem Grabmal

Balustrade: Ein aus kleinen, gedrungenen Stützen (Balustern) gebildetes Geländer an Treppen, Baikonen oder als Dachabschluß Bandelwerk: Ziermotiv des frühen 18. Jh. aus symmetrisch an-ge-ordneten Bändern, mitunter moti-visch bereichert, vor allem als Dek-ken- und Wandstukkaturen Baptisterium: Kirchliches Bauwerk neben einer Hauptkirche zum Vollzug des Taufakts Basilika: Drei- oder mehrschiffige Kirche, deren Mittelschiff höher und breiter ist als die Seitenschiffe, so daß der durchfensterte Oberga-den für Lichteinfall sorgt. In der römischen Architektur: Markt-und Gerichtshalle, in der christlichen Baukunst früh bevorzugter Kirchentypus

 

Beinhaus: Meist zweigeschossige Friedhofskapelle zur Aufbewahrung von Gebeinen; auch: Karner, Ossuarium

 

Bergfried, Beifried (franz. beffroi): Hauptturm einer Burg, Beobachtungsstand und letzte Zufluchtsstätte bei Belagerungen Biforium: In der gotischen Architektur ein durch eine eingestellte Säule geteiltes Fenster Bildersturm (Ikonoklasmus): Die in der Regel religiös motivierte Ablehnung bzw. Zerstörung figürlicher Darstellungen Bildstock, Betsäule: Im Freien aufgestelltes christliches Denkmal, meist in Form einer Säule oder eines Pfeilers mit einem religiösen Bildwerk in einer darin befindlichen Nische

 

Blende: Einer Mauerfläche vorglegte, rein dekorative Scheinarchitektur; z. B. Blendarkaden, -bogen, -fenster, -maßwerk Bogen(formen): Sie sind meist auf den Kreis zurückzuführen bzw. aus zwei oder mehreren Kreisbogenstücken zusammengesetzt. Die in der westlichen Hemisphäre am häufigsten verwendeten Bogenfor-men sind der halbkreisförmige Rundbogen; der Korbbogen weist eine ellipsenähnliche Form auf; spitz zulaufende Bogen bezeichnet man als Spitzbogen; ist ein Bogen im unteren Teil konkav konturiert, handelt es sich um einen Kielbogen (auch Sattelbogen oder Eselsrücken genannt)

 

Bogenscheitel: Höchster Punkt eines Bogens, Platz des Schlußsteins

 

Breviar: Hier Gebetbuch mit den Stundengebeten

 

Castrum: Standlager römischer Truppen; rechtwinklig angelegt und von einem Wall umgeben Chor: Hochaltarraum einer Kirche, einige Stufen höher liegend als der Gemeinderaum, architektonisch besonders ausgestaltet und oftmals durch einen Lettner, durch Gitter oder Schranken vom Mittelschiff getrennt

 

Chorgestühl: An den Längsseiten des Chors angeordnete, meist reich verzierte Sitzreihen für die Geistlichen

 

Chorumgang: Ein den Chor umlaufender und mit diesem meist durch offene Bogenstellungen verbundener Gang, der in die Seitenschiffe mündet

 

Codex, Kodex (PL Codizes): Sammlung mehrerer, inhaltlich zusammengehöriger Texte religiser, juristischer o. ä. Art Dachformen: Man unterscheidet grob Flach- und Steildächer. Sonderformen sind u. a. Zeltdach (Pyramidendach): zusammengesetzt aus vier gleichen Dreiecken; Pultdach: besitzt nur eine schräge Dachfläche; Sattel- oder Giebeldach: besteht aus zwei schräg gegeneinander gestellten Dachflächen; Walmdach: die vertikalen Giebelflächen des Satteldachs sind durch schräge Dachflächen ersetzt Dachreiter: Schlankes Türmchen auf dem First eines Daches Diözese: Amtsgebiet eines katholischen Bischofs; auch evangelischer Kirchenkreis Dom: Bischofskirche Domkapitel: Geistliche Körperschaft an Bischofskirchen für denfeierlichen Chordienst und die Beratung und Unterstützung eines Bischofs 

 

Doppelkapelle: Zwei übereinander befindliche Kapellen; überwiegend in mittelalterlichen Pfalzen und Burgen

 

Dormitorium: Schlafsaal der Mönche im Kloster

 

Dürnitz: Beheizbarer Aufenthaltsraum einer Burg für Gefolge oder Wachmannschaft Empore: Galerie- oder altarartiger Einbau in einen Innenraum; meist in Kirchen

 

Fassung: Bemalung eines Holzoder Steinbildwerks, auch einer Stuckarbeit; davon abgeleitet: Faßmaler

 

Epitaph: Erinnerungsmal (Inschrift, figürliche Darstellung) für einen Verstorbenen, aber kein Grabmal

 

Flügelaltar: Retabel aus einem feststehenden Mittelteil, dem beid-seitig ein oder mehrere bewegliche Flügel angefügt sind Fresko: Wandmalerei, bei der mit Kalkwasser angerührte Farbe auf den noch feuchten Putz aufgetragen wird; besonders haltbar, weil sich Farben und Verputz unauflöslich miteinander verbinden. Im Gegensatz dazu: Seccomalerei auf trockenem Putz

 

Fries: Waagerechte Mauerstreifen mit ornamentalen oder figürlichen Darstellungen als Schmuck, Gliederung oder Abschluß einer Wand Galerie: Langer, gedeckter, nach einer Seite offener Gang; 1. Laufgang mit offenen Arkaden an einer Fassade; 2. Laufgang über den Seitenschiffen in Kirchen (Empore) Gäuboden: Die fruchtbare Lößebene zwischen Donau und Isar, einst Kornkammer Bayerns genannt. Seine Hauptstadt Straubing führt den Pflug im Wappen Gesims: Vorspringendes, meist horizontal verlaufendes bauplastisches Element, das eine Außenwand in einzelne Abschnitte gliedert

 

Geschlechterturm: Als Wahrzeichen- bzw. Herrschaftszeichen einer adeligen Familie im Bauverband mit dem Palast errichteter Turmbau vor allem in oberitalienischen Städten

 

Gesprenge: Ein feingliedriger, geschnitzter Aufbau über dem Altarschrein

 

Gewände: Schräg geführte, seitliche Mauerfläche (Laibung) einer Fenster- oder Portalöffnung; oftmals profiliert und mit Säulen und Skulpturen geschmückt Gewölbe: Gekrümmte Raumdecke Gewölbeformen: Tonnengewölbe: Gewölbe mit halbkreisförmigem Querschnitt (einfachste Form des Gewölbes); bei der Durchdringung zweier gleich hoher Tonnengewölbe entsteht ein Kreuzgewölbe; bilden sich an den Schnittpunkten der Gewölbeflächen eines Kreuzgewölbes Grate, handelt es sich um ein Kreuzgratgewölbe; verläuft entlang der Grate eine tragende Skelettkonstruktion, so spricht man von einem Kreuzrippengewölbe

 

Gnadenstuhl: Besondere Darstellung der Dreifaltigkeit: der thronende Gottvater hält das Kreuz oder den Leichnam Christi, über seinem Haupt schwebt der heilige Geist in Gestalt einer Taube Grisaille Malerei aus Grautönen, oft, um Skulpturen vorzutäuschen Gurtbogen: Verstärkungsbogen quer zur Hauptrichtung des Gewölbes (Transversalbogen), der von Pfeiler zu Pfeiler gespannt wird und die Gliederung des Gewölbes in den Jochen betont Hallenkirche, Hallenkrypta: Eine Kirche bzw. Krypta, deren Schiffe ganz oder fast gleich hoch sind Immaculata (lat. die unbefleckt Empfangende): Beiname Marias

 

Joch: Gewölbeabschnitt in Längsrichtung

 

Kapelle: 1. Kleine Kirche oder sakraler Raum ohne Pfarrecht; 2. Ein architektonisch selbständiger Anbau mit Altar in Kirchen Kapellenkranz: Um einen halbrunden oder mehreckigen Chor radial angeordneter Kranz von Kapellen

 

Kapitell: Oberer Abschluß von Säule, Pfeiler oder Pilaster mit ornamentaler, figürlicher oder pflanzlicher Dekoration. Man unterscheidet: Dorisches Kapitell: bestehend aus wulstförmigem Kissen (Echinus) und Abakus. Ionisches Kapitell: Volutenkapitell; ein beiderseits eingerollter Volutenkörper liegt über einem Wulst mit Eierstab und angeordneten Akanthusblät-tern; je zwei diagonal gestellte Voluten bilden die Ecken und tragen einen Abakus (konkav eingezogen, eine Blume auf jeder Seitenmitte)

 

Karner: Beinhaus Kartusche: Zierrahmen für Wappen, Inschriften und dergl. Karyatide: s. Atlant Kassettendecke: Flache oder gewölbte, mit eingetieften runden oder eckigen Feldern gegliederte Raumdecke: die Kassetten sind manchmal vergoldet, aus Reliefs oder pflanzlichen Ornamenten gestaltet

 

Kathedrale: Vor allem in Frankreich, England und Spanien Bischofssitz einer Stadt Kenotaph: Leergrab Konsole: Vorkragender Tragstein als Basis für Bögen, Gesimse, Skulpturen usw.

 

Kreuzgang: Um den rechteckigen Innenhof eines Klosters angelegter überdachter Umgang Krypta: Unterirdischer Raum unter dem Ostabschluß einer Kirche zur Aufbewahrung von Reliquien;Grab von Heiligen und Märtyrern. Später auch Grablege für geistliche, mitunter weltliche Würdenträger Kuppel: Gewölbe- bzw. Dachtypus, meist in Form einer Halbkugel, die unterschiedlich geartete Grundrisse überwölben kann Laterne: Runder oder vieleckiger durchfensterter Aufbau über einer Decken-, Gewölbe- oder Kuppelöffnung

 

Lettner: Trennwand mit einem oder mehreren Durchgängen zwischen Chor und Mittelschiff einer Kirche - zur Scheidung von Priestern und Laien

 

Mandorla: Mandelförmiger Heiligenschein, meist Christus oder Maria ganzfigurig hinterfangend Maßwerk: Geometrisches Bauornament der Gotik, zunächst nur zur Unterteilung von großen Fenstern, später auch zur dekorativen Gliederung von Wandflächen, Giebeln usw

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Ministeriale: Ursprünglich rechtlich Unfreie, die sich durch Ausübung spezieller Dienste (Verwaltungsaufgaben, Krieg) emanzipiert haben und schließlich mit dem niederen Adel verschmolzen sind Missal: Meßbuch der Kirche; auch: das Missale Münster: Im engen Sinn des Wortes eine Klosterkirche. Meist aber werden große Stadtpfarr- oder Bischofskirchen so genannt, vor allem im süddeutschen Raum Netzgewölbe: Die Rippen eines Gewölbes bilden ein über die Joche hinausgreifendes, zusammenhängendes Netz Nothelfer: Gruppe von 14 Schutzheiligen, die den Märtyrertod starben. Wer in ihrem Namen in Notlagen um Hilfe bittet, erhält besondere Erhörung. Es sind: Achatius, Ägidius, Barbara, Blasius, Christo-phorus, Cyriacus, Dionysius, Erasmus, Eustachius, Georg, Katharina von Alexandrien, Margarete, Pantaleon, Vitus

 

Oktogon, oktogonal: Achteck, achteckig

 

Oratorium: 1. Privatkapelle in oder an einer Kirche; 2. Die gegen den Hauptraum abgeschlossene Empore im Chor für geistliche und weltliche Würdenträger Orgelprospekt: Künstlerisch gestaltete Schauseite einer Orgel Palas: 1. Wohn-oder Saalbau der mittelalterlichen Burg; 2. Saalbau einer Pfalz

 

Patrozinium: Schutzherrschaft eines Heiligen über eine Kirche Pendentif: Wandfläche in sphärischer Dreiecksform zur Überleitung von einem quadratischen Grundriß zum Fußkreis einer Kuppel

 

Pfalz: Residenz der deutschen Könige und Kaiser im Mittelalter Pfeiler: Stützglied über rechtekkigem, polygonalem oder rundem Grundriß

 

Pietä: Plastische Darstellung Mariens mit dem toten Christus auf dem Schoß oder zu ihren Füßen

 

Portal: Architektonisch und künstlerisch besonders reich ausgestalteter Eingang zu einem Gebäude Proszenium: Im antiken Theater erhöhte Bühne vor der Szene Putten (ital. Putti, Kinder): In Renaissance und Barock Fortführung der gotischen Kinderengel; Eroten

 

Querhaus, Querschiff: Zwischen Langhaus und Chor eingeschobener Querbau, durch den ein Kir­chengrundriß Kreuzform er-hält Refektorium: Der Speisesaal eines Klosters

 

Relief: Aus einer Fläche herausgearbeitete plastische Form, die jedoch stets mit dem Hintergrund (Reliefgrund) verbunden ist Retabel: Altaraufsatz, mit Gemälden oder Skulpturen geschmückt Rippe: Tragende Konstruktionsteile bei Gewölben, die das Gerüst für die nichttragenden Gewölbekappen bilden

 

Risalit: Ein in ganzer Höhe eines Bauwerks vorkragender Mittelteil, der auch als Eck- und Seitenrisalit zur Auflockerung der Fassade beiträgt

 

Rocaille: Muschelförmiges, asymmetrisches Dekorationsmotiv des Rokoko (um 1730-70) Rosette: Stilisiertes, blütenförmi-ges rundes Ornament; im gotischen Kirchenbau: kreisrundes, mit Maßwerk gefülltes Fenster Rotunde: Rundbau Saalkirche: Kirche ohne Seitenschiffe, also nicht durch Stützen unterteilt

 

Sakristei: Neben dem Chor liegender Raum zum Ankleiden des Priesters und zur Aufbewahrung des liturgischen Geräts Säkularisation: Enteignung geistlicher Besitzungen für den weltlichen Gebrauch

 

Sanktuarium; Raum, der das Allerheiligste birgt, Heiligtum (z. B. im Altarraum der katholischen kirche)

 

Sarkophag (griech. Fleischfresser): Kasten- oder wannenförmi-ger Sarg aus Holz, Stein, meist prunkvoll gestaltet Säule: Aufrecht stehendes, sich nach oben verjüngendes Stützglied mit kreisförmigem Querschnitt, meist untergliedert in Basis, Schaft und Kapitell Schalldeckel: Der meist kunstvoll bearbeitete, baldachinartige Überbau einer Kanzel

 

Schlußstein: Oberster, als letzter eingesetzter Stein eines Bogens oder eines Kreuzrippengewölbes; oft mit Ornamenten (Wappen, Köpfen, Tieren usw.) geschmückt Schmerzensmann: Darstellung des leidenden Christus mit Dornenkrone und Wundmalen Schrein: 1. Kunstvoll gearbeiteter, dekorierter Behälter, zum Beispiel zur Aufnahme von Reliquien; 2. Bezeichnung für den feststehenden mittleren Teil eines Flügelaltars

 

Schutzmantelmadonna: Darstellung Mariens, die unter ihrem weit ausgebreiteten Mantel Gläubige birgt

 

Stichkappe: Gewölbeteil meist über Fenstern und anderen Maueröffnungen, der senkrecht in das Hauptgewölbe einschneidet Stifterbild: Religiöses Bild, bei dem der Auftraggeber, meist klein zu Füßen Christi, der Muttergottes oder eines Heiligen, erscheint Stiftsland: Heute Teile des Landkreises Tirschenreuth. früher: Territorium des Stiftes Waldsassen, das 1146 reichsunmittelbar wurde. Das unter den Zisterziensern gerodete Land, für das auch Fischteiche charakteristisch wurden, reichte bis nach Böhmen hinein. Strebebogen: Bogen, der den Strebepfeiler mit der zu stützenden Mauer verbindet und über den der Gewölbeschub in diesen Pfeiler geleitet wird

 

Strebepfeiler: Ein quer zur Längsflucht eines Gebäudes stehender Pfeiler; dient der Verstärkung hoher Mauern und der Ableitung von Schubkräften Strebewerk: Bestehend aus Strebepfeilern und -bogen, die ein Stützsystem bilden, um den Schub der Mauern und/oder des Gewölbes abzufangen und abzuleiten Stuck: Formbares und schnell härtendes Gemisch aus Gips, Kalk, Sand und Wasser zur Dekoration von Innenräumen, aber auch als Werkstoff für Skulpturen und Reliefs

 

Stuckmarmor: Polierfähiger, bunt eingefärbter Kunstmarmor aus Stuckgips, Kalk, Sand, Pigmenten, Lederleim und Wasser; die italienische Sonderform wird als Scagliola bezeichnet

 

Stufenportal: Portal mit von außen nach innen gestuftem Gewände; bei großer Mauerstärke erscheint so eine relativ kleine Öffnung in der Fassade wesentlich breiter

 

Sturz: Oberer horizontaler Abschluß einer Tür- oder Fensteröffnung

 

Stütze: Stützendes Bauglied, z. B. Säule, Pfeiler, Atlant Tabernakel: Gehäuse zur Aufbewahrung geweihter Hostien. In der Gotik zum Sakramentshäuschen ausgestaltet

 

Tambour: Zylinderförmiger und durchfensterter Unterbau einer Kuppel

 

Translation: Überführung von Reliquien bzw. Gebeinen eines Heiligen an einen anderen Ort Triforium: Laufgang in der Kirchenwand zwischen Arkaden oder Emporen und der Fensterzone Trinität: Dreifaltigkeit - Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist Triptychon: Dreiteiliges Altarbild (auch Gemälde), bestehend aus einem Mittelbild und zwei Seitenflügeln

 

Triumphbogen: 1. In der Antike Ehrenbogen für einen Kaiser oder Feldherrn; 2. In mittelalterlichen Kirchen Bogen zwischen dem Mittelschiff des Langhauses bzw. der Vierung und dem Chor Trompe: Trichternische in Form eines halben Hohlkegels mit nach unten gekehrter Öffnung, zur Überleitung von einem quadratischen Grundriß in eine Kuppel

 

Tumba: Rechteckiges Grabdenkmal, mit einer Grabplatte darauf, die entweder reliefiert oder mit einer vollplastischen Darstellung des Toten gestaltet ist Tympanon: 1. Bogenfeld über einem mittelalterlichen Portal, meist mit plastischem Schmuck; 2. Giebelfeld eines antiken Tempels

 

Vesperbild: Überwiegend plastische Darstellung der trauernden Maria mit dem toten Christus auf ihrem Schoß. Die dt. Bezeichnung für Pietä ist auf die Gebetszeit der Vesper zurückzuführen, denn am Abend des Karfreitags erfolgte die Kreuzabnahme

 

Vierung: Ort der Durchdringung von Lang- und Querhaus einer Kirche

 

Vierungskuppel: Kuppel über der Vierung

 

Volute: Spiral- oder schneckenförmiges Ornament an Kapitellen der ionischen Ordnung; in Renaissance und Barock werden auch Giebel und Konsolen mit Voluten geschmückt

 

Vortragekreuz: Auf einer Stange befestigtes Kreuz, das bei Prozessionen vorangetragen wird Vorwerk: Teil des Verteidigungssystems einer Burg oder Stadtbefestigung

 

Votivgabe (Votivbild, -tafel): Mittelalterliche Tradition - Gabe, die aufgrund eines Gelübdes oder als Dank für eine Gebetserhörung an Wallfahrtsorten gestiftet wird Wandpfeilerkirche: Saalartige, einschiffige Kirche mit Wandpfeilern, zwischen denen Kapellen liegen Wange: 1. Seitlicher Abschluß der Bank eines Chorgestühls, oder einer Treppe usw.; 2. Die durch Grate voneinander getrennten, gekrümmten Flächen eines Klostergewölbes

 

Weicher Stil (Schöner Stil): Stilperiode in der deutschen Kunst -vornehmlich der Plastik - zwischen 1380 und 1430; kennzeichnend sind weiche, fließende Formen und liebliche Gesichtszüge (vor allem Madonnen mit dem Kind)

 

Welsche Haube: Glocken- oder zwiebeiförmig geschweiftes Turmdach. Besondere Verbreitung in der Renaissance-Baukunst Westwerk: Vorgeschobener, turmartiger Raumkörper im Westteil großer romanischer Kloster- oder Bischofskirchen. Meist gestaltet als quadratischer Raumschacht, der an drei Seiten von Emporen umgeben ist. Die Funktion des Westwerks ist noch nicht vollständig geklärt

 

Zentralbau: Kreisförmiger, quadratischer oder vieleckiger Baukörper mit gleich oder fast gleich langen Hauptachsen; die angrenzenden Bauteile sind sämtlich auf den zentralen Raum bezogen Ziborium: 1. Auf Säulen ruhender, baldachinartiger Altarüberbau (Baldachin); 2. Tabernakel; 3. Deckelkelch, der die geweihte Hostie enthält

 

Zwickel: 1. Dreieckiges, manchmal sphärisches Teilgewölbe, das zu einer Kuppel überleitet; 2. Dreieckige, manchmal sphärische Fläche zwischen zwei Arkadenbögen Zwiebeldach (-haube): Barocke Umformung der Welschen Haube

 


 

 

 

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