SÄBEL - mit dem Säbel rasseln
Mit Krieg drohen:
Um den Gegner einzuschüchtern, ist es in der Politik seit alters her
üblich, mit dem Säbel zu rasseln.
SACHE - sich seiner Sache sicher sein
Etwas genau wissen, etwas gut können:
Sie ging ganz ruhig in die Prüfung, denn sie war sich ihrer Sache sicher.
- bei der Sache sein
Sich auf etwas konzentrieren:
Wenn Märchen erzählt werden, sind die Kleinen immer ganz bei der
Sache.
- mit j-m gemeinsame Sache machen.
Sich mit j-m verbünden:
Der Polizist hat mit den Einbrechern gemeinsame Sache gemacht.
SACK - mit Sack und Pack ausziehen
Mit seinem ganzen Besitz ausziehen:
Nach der Ausweisung zogen die Vertriebenen mit Sack und Pack aus
dem Land.
- j-n in den Sack stecken
1. J-m überlegen sein:
Im Schachspielen steckt er jeden in den Sack.
2. J-n betrügen:
Hüte dich vor ihm. Er versucht gern, andere in den Sack zu stecken.
SACKGASSE - in eine Sackgasse geraten
Keinen Ausweg finden:
Die Wirtschaftspolitik der Regierung ist in eine Sackgasse geraten.
SAGEN - das Sagen haben
Die Entscheidungsgewalt haben:
Bei Müllers hat die Frau das Sagen.
- das hat nichts zu sagen
Das ist ohne Bedeutung, bedeutungslos:
Das ist nur ein kleiner Produktionsfehler, der die Qualität der Geräts
nicht im geringsten beeinflußt, er hat wirklich nichts zu sagen.
- sich nichts sagen lassen
Eigenwillig sein, trotzig sein:
Junge Leute meinen, alles besser zu wissen, und lassen sich von den
Erwachsenen nichts sagen.
- er hat nichts zu sagen
Er hat keine Befehlsgewalt, er hat nichts zu bestimmen:
Anordnungen erteilt nur der Seniorchef; der Junior hat nichts zu sagen.
- sich etwas nicht zweimal sagen lassen
Etwas sehr gern tun:
Wir haben den Kindern erlaubt, heute ins Kino zu gehen. Das haben
sie sich nicht zweimal sagen lassen.
- sage und schreibe
Tatsächlich, wirklich, ob man es glaubt oder nicht:
Das neue Auto hat sage und schreibe 30 000 Mark gekostet.
- es ist nicht zuviel gesagt
Es ist keine Übertreibung:
Seine Tochter ist grundhäßlich, das ist bestimmt nicht zuviel gesagt.
- es ist nicht gesagt
Man kann es nicht bestimmt voraussagen:
Die Börsenkurse sind stark gefallen, und es ist nicht gesagt, ob sie
nicht noch weiter fallen werden.
SAITE - andere Saiten aufziehen
Strenger sein als bisher:
Mit Gutmütigkeit kommen wir bei dem Jungen nicht weiter. Wir
müssen jetzt andere Saiten aufziehen.
SAMT - samt und sonders
Alle:
Es hatte in Strömen geregnet, und die Kinder zitterten vor Nässe und
Kälte. Als sie nach Hause kamen, steckte sie die Mutter samt und
sonders ins Bett.
SAND - wie Sand am Meer
Sehr viel(e):
Auf dem Filmball sah man hübsche Mädchen wie Sand am Meer.
- im Sande verlaufen
Ergebnislos enden:
Die Verhandlungen über den Neubau einer Kirche verliefen im Sande.
- etwas auf Sand bauen
Etwas tun, was unsicher ist:
Wenn du glaubst, durch Spekulationen zu Geld zu kommen, dann
hast du auf Sand gebaut.
- j-m Sand in die Augen streuen
J-n täuschen:
Um die Geschäftspraktiken seiner Firma zu verschleiern, versuchte
er, allen Sand in die Augen zu streuen.
SANGLOS - sang- und klanglos verschwinden
Unbemerkt verschwinden:
Der gescheiterte Politiker verschwand sang- und klanglos von der
politischen Bühne.
SATT - etwas satt haben
Einer Sache überdrüssig sein:
Jeden Tag Nichtstun hat man sehr bald satt.
SATTEL - j-n in den Sattel heben
J-n bei seinen Bemühungen unterstützen:
Er war bemüht, seinen Neffen mit Hilfe seiner guten Beziehungen in
den Sattel zu heben.
- j-n aus dem Sattel heben
J-n verdrängen:
Der Kandidat setzte alles daran, seinen Konkurrenten aus dem Sattel
zu heben.
- i n allen Sätteln gerecht sein
Siehe GERECHT.
SAUER - sauer verdientes Geld fJ'
Mit viel Mühe und Arbeit verdientes Geld:
Der Betrüger brachte viele kleine Leute um ihr sauer verdientes
; "Geld.
- sauer reagieren
Ablehnen, abweisen, (auf einen Wunsch) nicht eingehen:
Auf unseren Vorschlag, mit uns am Sonntag nur eine Autofahrt zu
machen, reagierte sie sauer.
SCHACHTEL - eine alte Schachtel (starker Ausdruck)
Eine alte Frau:
Der neue Hut stand ihr gar nicht, sie sah aus wie eine alte Schachtel.
SCHÄDEL - einen dicken Schädel haben
Eigensinnig sein:
Er will immer seinen Willen durchsetzen. Den dicken Schädel hat er
wohl von seinem Vater geerbt.
- sich den Schädel einrennen
Sich durch seinen Eigensinn schaden:
Und wenn du dir den Schädel einrennst, so kommst du nicht weiter.
- mit dem Schädel oder Kopf durch die Wand wollen
Siehe KOPF.
SCHÄFCHEN - sein Schäfchen ins trockene bringen
Sein Geld in Sicherheit bringen, sich einen Gewinn sichern:
Sie hatten für die Zukunft vorgesorgt und ihr Schäfchen beizeiten ins
trockene gebracht.
sein Schäfchen ins trockene bringen
SCHAFFEN - etwas auf die Seite schaffen
Sich etwas auf unredliche Weise aneignen:
Die Transportarbeiter wurden entlassen, weil sie bei jeder Warenbeförderung
für sich etwas auf die Seite geschafft hatten.
- ich will mit ihm nichts mehr zu schaffen haben
Ich will mit ihm nichts mehr zu tun haben, nicht mehr verkehren,
nicht mehr sprechen:
Er hat mich betrogen. Nun will ich mit ihm nichts mehr zu schaffen
haben.
- j-m viel zu schaffen machen
J-m viel Mühe, Arbeit machen:
Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit macht der Regierung viel zu
schaffen.
- er hat es geschafft
Er hat sein Ziel erreicht, er hat Erfolg gehabt:
Er hat viel tun müssen, bis seine Firma saniert war. Jetzt hat er es geschafft.
- wie für ihn geschaffen
Sehr gut für ihn geeignet:
Der Schauspieler hatte die Rolle sehr gut gespielt. Sie war wie für ihn
geschaffen.
- j-n aus dem Wege schaffen oder räumen
Siehe RÄUMEN.
SCHANDE - j-n mit Schimpf und Schande wegjagen
J-n unehrenhaft fortjagen:
Der Beamte wurde wegen Bestechung mit Schimpf und Schande aus
dem Amt gejagt.
- etwas zu Schanden machen
Etwas verderben, etwas entzwei machen:
Unsere ganze Arbeit ist durch eure Unachtsamkeit zu Schanden gemacht
worden.
- ich muß es zu meiner Schande gestehen
Ich muß es zu meiner Schande gestehen, auch ich habe an seiner
Ehrlichkeit gezweifelt.
SCHATTEN - er kann nicht über seinen Scharten springen
Er kann sich nicht anders verhalten, als es seiner Natur entspricht:
Man kann von ihm keine Großtaten erwarten, denn niemand kann
über seinen Schatten springen.
- das stellt alles andere in den Schatten
Das übertrifft alles andere:
Das neueste Werk des Malers stellt alle seine früheren Werke weit in
den Schatten.
SCHAU - etwas zur Schau tragen
Etwas (in seinem Wesen, in seinem Äußeren) zeigen:
Dort drüben geht die Verlobte unseres Juniorchefs. Sie trägt ständig
ein arrogantes Wesen zur Schau.
SCHAUFELN - •sich sein eigenes Grab schaufeln
Sich selbst schaden, ruinieren:
Wenn Sie mit diesem Mann Geschäfte machen, schaufeln Sie sich Ihr
eigenes Grab.
SCHEIBE - sich von j-m eine Scheibe abschneiden
Sich j-n als Vorbild nehmen:
Unser Jüngster ist ein Faulpelz. Er könnte sich von seinem Bruder,
der alle seine Examen mit „sehr gut" bestanden hat, eine Scheibe abschneiden.
SCHEIN - der Schein trügt
Das Äußere ist nicht immer wahr:
Die Diebin machte den Eindruck einer biederen Hausfrau. Da zeigt
es sich wieder, daß oft der Schein trügt.
SCHEITEL - vom Scheitel bis zur Sohle
Von oben bis unten, vollkommen:
Sie dürfen ihm ruhig ihre Tochter anvertrauen, er ist ein Ehrenmann
vom Scheitel bis zur Sohle.
SCHEITERN - er ist eine gescheiterte Existenz
Er ist ein unfähiger Mensch:
Dieser Mann ist eine gescheiterte Existenz.
SCHELM - j-m sitzt der Schelm im Nacken
Zu Neckereien aufgelegt sein:
Nimm dich vor ihr in acht. Ihr sitzt der Schelm im Nacken.
SCHEMA - nach Schema F
Siehe F.
SCHIEF - auf die schiefe Bahn kommen
Ein unehrenhaftes Leben beginnen:
Durch schlechten Umgang kann der beste Mensch auf die schiefe
Bahn kommen.
- schief gewickelt sein
Im Irrtum sein:
Mit deiner Ansicht bist du vollkommen schief gewickelt.
- das wirft ein schiefes Licht auf sie
Siehe WERFEN.
SCHIESSEN - schieß mal los!
Erzähle!:
Schieß mal los! Wie war es denn auf der Reise?
- etwas schießen lassen
Etwas aufgeben, auf etwas verzichten:
Den Plan, mir ein eigenes Haus zu bauen, habe ich längst wieder
schießen lassen.
- etwas (j-d) ist zum Schießen
Etwas (j-d) ist zum Totlachen:
Als die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht hatte, führte Onkel Max
ein paar flotte Tänze aus seiner Jugendzeit vor. Es war zum Schießen.
SCHIESSHUND - wie ein Schießhund aufpassen
Scharf aufpassen:
Auf kleine Kinder muß man wie ein Schießhund aufpassen. Sie haben
immer Dummheiten im Sinn.
SCHILD - etwas im Schilde führen
Etwas beabsichtigen, etwas im Sinn haben:
Ich möchte nur wissen, was die beiden Männer dort an der Straßenecke
im Schilde führen.
SCHIMMER - keinen (blassen) Schimmer haben
Keine Ahnung haben:
Von der Wirtschaftskrise hatten die meisten Leute keinen (blassen)
Schimmer.
SCHINDEN - sich schinden
Sich quälen, sich plagen:
Der arme Mann mußte sich schinden, um seine fünf köpfige Familie
satt zu bekommen.
- Eindruck schinden
Versuchen, Eindruck zu machen:
Der zukünftige Schwiegersohn erzählte seinem zukünftigen Schwiegervater
von großen Plänen, nur um bei ihm Eindruck zu schinden.
SCHINDLUDER - mit j-m Schindluder treiben
J-n schlecht behandeln:
Ich verbitte mir diese Behandlung. Ich lasse mit mir nicht Schindluder
treiben.
SCHIPPE - j-n auf die Schippe nehmen
J-n verulken, seinen Scherz mit j-m machen:
Onkel Willibald ist ein Spaßvogel. Er nimmt die Jungen immer gern
auf die Schippe.
SCHISS - Schiß haben (derber Ausdruck)
Große Angst haben:
Unter Männern ist er gar nicht schüchtern, aber vor seiner Frau hat
er Schiß.
SCHLAFEN - über eine Sache schlafen
Sich eine Sache noch einmal überlegen:
Sie brauchen sich heute noch nicht zu entscheiden. Schlafen Sie erst
einmal über die Sache.
SCHLAFITTCHEN - j-n beim Schlafittchen fassen oder nehmen
oder kriegen
J-n fassen, j-n rügen, tadeln:
Nachdem der Junge heimlich geraucht hatte, nahm ihn der Vater
beim Schlafittchen.
SCHLAG - wie vom Schlag gerührt sein
Sehr erschrocken sein:
Ab ich hörte, daß mein Vetter bei einem Autounfall ums Leben gekommen
war, war ich wie vom Schlag gerührt.
- das war ein Schlag ins Wasser
Das war vergebens:
Wir bedauerten ihn, weil alle seine Bemühungen um eine Stellung
ein Schlag ins Wasser waren.
- es geht Schlag auf Schlag
Es geht schnell hintereinander:
Die Unglücksnachrichten trafen Schlag auf Schlag ein.
- mit einem Schlag
Plötzlich, auf einmal:
Durch die unerwartete Erbschaft waren sie mit einem Schlag reiche
Leute.
SCHLAGEN - sich etwas aus dem Kopf oder Sinn schlagen
Einen Plan aufgeben:
Eine Ferienreise müssen wir uns in diesem Jahr aus dem Kopf(oder
Sinn) schlagen.
- eine geschlagene Stunde
Eine volle Stunde:
Wir waren vom Regen völlig durchnäßt, denn wir hatten eine geschlagene
Stunde auf den Bus gewartet.
- er weiß, was es oder die Uhr geschlagen hat
Er kennt die Sachlage:
Er hat sich rechtzeitig von dem fragwürdigen Unternehmen zurückgezogen,
denn erahnte, was die Uhr geschlagen hatte, wenn es mißlingen
würde.
- das schlägt dem Faß den Boden aus
Das ist der Gipfel, das ist eine Unverschämtheit:
Wie du mit den Leuten umgehst, das schlägt dem Faß den Boden
aus.
- über die Stränge schlagen
Siehe STRANG.
SCHLECHT - bei j-m schlecht angeschrieben sein
Bei j-m nicht in Gunst stehen:
Wegen ihres unkameradschaftlichen Verhaltens ist sie bei ihren Mitschülerinnen
schlecht angeschrieben.
SCHLECHTMACHEN - j-n schlechtmachen
Über j-n häßlich reden:
Er macht alle seine Kollegen bei seinem Vorgesetzten schlecht.
SCHLICHE - alle Schliche kennen
Alle geheimen Möglichkeiten oder Tricks kennen:
Ein erfolgreicher Unternehmer muß alle Schliche kennen.
SCHLIESSEN - eine geschlossene Gesellschaft
Eine Gesellschaft, eine Veranstaltung, zu der kein Außenstehender
Zutritt hat:
Geschlossene Gesellschaften dürfen auch noch nach der Polizeistunde
im Lokal bleiben.
SCHLINGE - j-m die Schlinge um den Hals legen
J-n ruinieren:
Mit seinen überhöhten Kreditzinsen versuchte der Wucherer, vielen
Schuldnern die Schlinge um den Hals zu legen.
- sich geschickt aus der Schlinge ziehen
Sich geschickt einer unangenehmen, gefährlichen Lage entziehen:
Selbst in der gefährlichsten Situation verstand er es, sich geschickt
aus der Schlinge zu ziehen.
SCHLIPS - j-m auf den Schlips treten
J-n kränken, beleidigen:
Warum ist er denn so mürrisch? Habe ich ihm etwa auf den
Schlips getreten?
Habe ich ihm etwa auf den Schlips getreten ?
- sich auf den Schlips getreten fühlen
Gekränkt sein:
Fühl dich doch nicht immer gleich wegen jeder Kleinigkeit auf den
Schlips getreten.
SCHLITTEN - mit j-m Schlitten fahren
J-m einen Verweis geben:
Wenn wir als Kinder nicht pünktlich nach Hause kamen, fuhr unser
Vater immer mit uns Schlitten.
- unter den Schlitten kommen
In schlechte Gesellschaft geraten und herunterkommen:
Wenn du dir nicht bessere Freunde suchst, wirst du eines Tages unter
den Schlitten kommen.
SCHLOSS - hinter Schloß und Riegel sitzen
Im Gefängnis sein:
Niemand hätte geahnt, daß mein Nachbar ein Doppelleben führte.
Jetzt sitzt er hinter Schloß und Riegel.
SCHLOT - rauchen (qualmen) wie ein Schlot
Sehr stark rauchen:
Du steckst dir ja schon wieder eine Zigarette an. Du qualmst wirklich
wie ein Schlot.
SCHLUCKER - ein armer Schlucker
Ein armer Mensch:
Er kann sich keinen Urlaub leisten. Er ist wirklich ein armer Schlukker.
SCHLUSSPUNKT - einen Schlußpunkt hinter etwas setzen
Mit etwas endgültig abschließen, um etwas Neues zu beginnen:
Unter Tränen versprach sie, hinter ihr bisheriges Leben einen
Schlußpunkt zu setzen und neu anzufangen.
SCHLUSSTRICH - unter eine Sache einen Schlußstrich ziehen
Schluß mit einer Sache machen, eine Sache beenden:
Seit Jahren lagen die beiden Familien im Erbstreit, bis sie jetzt endgültig
einen Schlußstrich unter die Sache zogen.
SCHMALHANS - bei ihnen ist Schmalhans Küchenmeister
Sie haben wenig zu essen:
Gegen Monatsende ist bei uns Schmalhans Küchenmeister, da müssen
wir sparen.
SCHMERZLOS - kurz und schmerzlos
Ohne viele Umstände:
Sie haben mir eine schlechte Nachricht zu überbringen? Bitte, machen
Sie es kurz und schmerzlos!
SCHMIERE - Schmiere stehen
Aufpassen, ob jemand kommt, während der Komplice stiehlt:
Sie gingen gemeinsam auf Diebes tour. Während der Angeklagte die
Schaufensterscheibe zerbrach, stand sein Komplice Schmiere.
SCHMIEREN - j-m etwas aufs Butterbrot schmieren
J-m Vorhaltungen machen:
Daß er sie einmal belogen hatte, schmierte sie ihm fast täglich aufs
Butterbrot.
- j-n schmieren
J-n bestechen:
Es ist Beamten streng untersagt, sich schmieren zu lassen.
SCHMIERIG - schmierige oder schmutzige Geschäfte machen
Unredliche Geschäfte machen:
Es wird immer Leute geben, die schmierige Geschäfte machen wollen.
SCHMU - Schmu machen
Betrügen, für sich heimlich etwas abzweigen:
Um mir die Schuhe kaufen zu können, muß ich mit dem Haushaltsgeld
Schmu machen.
SCHMUS - Schmus machen
Schmeicheln:
Traue nie Menschen, die viel Schmus machen.
SCHMUTZ - j-n (etwas) in den Schmutz zerren oder ziehen
J-n (bei anderen Leuten) schlechtmachen:
Mußt du denn wirklich alles in den Schmutz ziehen?
SCHNALLEN - den Gürtel enger schnallen
Sich einschränken, den Lebensstandard heruntersetzen:
Wenn die Teuerung weiter anhält, werden wir alle den Gürtel enger
schnallen müssen.
SCHNAUZE - von etwas die Schnauze oder Nase (gestrichen)
voll haben (derber Ausdruck)
Siehe NASE.
- den Mund oder die Schnauze halten (derber Ausdruck)
Siehe MUND.
SCHNEIDE - auf des Messers Schneide stehen
Vor der Entscheidung stehen:
Er kann von Glück sagen, daß er seine Stellung behalten konnte,
denn es stand auf des Messers Schneide, ob ihm gekündigt werden
sollte oder seinem Kollegen.
Er ist seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten.
SCHNEIDEN - er ist seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten
Er ähnelt seiner Mutter sehr:
Kürzlich wurde mir der Sohn meiner Nachbarin vorgestellt. Er ist
seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten.
- j-n schneiden
J-m aus dem Wege gehen; vermeiden, j-n zu treffen:
Ich weiß nicht, warum sie mich schneidet. Ich habe ihr doch gar
nichts getan.
SCHNEIDER - frieren wie ein Schneider
Sehr frieren:
Bei diesem Wetter frieren die Camper wie die Schneider.
SCHNEIEN - er kommt ins Haus geschneit
Er kommt überraschend:
Als wir endlich eine eigene Wohnung hatten, kam doch meine
Schwiegermutter alle fünf Minuten ins Haus geschneit.
SCHNIPPCHEN - j-m ein Schnippchen schlagen
J-m einen Streich spielen:
Kinder haben eine Freude daran, Erwachsenen ein Schnippchen zu
schlagen.
SCHNITZEN - er ist aus hartem Holz geschnitzt
Er ist sehr willensstark, er ist unempfindlich:
Ihn kann so schnell nichts aufregen, er ist aus hartem Holz geschnitzt.
SCHNITZER - einen groben Schnitzer machen
Einen großen Fehler machen:
Bei der Mathematikaufgabe habe ich gestern einen groben Schnitzer
gemacht.
SCHNÜRCHEN - wie am Schnürchen gehen
Planmäßig, reibungslos, ohne Schwierigkeiten, ohne zu stocken
vonstatten gehen:
Für die Veranstaltung war alles sorgfältig vorbereitet, und alles ging
wie am Schnürchen.
SCHON - nun mach schon!
Beeile dich!:
Nun mach schon, wenn du dich nicht beeilst, versäumen wir unseren
Zug.
- wenn schon, denn schon
Wenn ich diese Sache mache, dann mache ich sie auch gründlich:
Willst du dir wirklich diesen teuren Pelzmantel kaufen? — Warum
nicht? Wenn schon, denn schon!
SCHÖN - ganz schön
Sehr:
Gestern hat es ganz schön geregnet.
- j-m schöne Worte machen
J-m schmeicheln:
Glaub dem nicht! Der macht nur schöne Worte.
- j-m schöne Augen machen
Mit j-m kokettieren:
Du machst aber auch allen Männern schöne Augen.
- ein schönes Stück Geld
Viel Geld:
Mit dem Verkauf von Antiquitäten wird ein schönes Stück Geld verdient.
- das ist ja eine schöne Bescherung (ironisch)
Das ist ja eine unangenehme Überraschung:
Jetzt liegen wir mit einer Panne hier fest, und niemand kommt vorbei,
der uns helfen könnte.
- bei j-m schön ankommen
J-s Ärger erregen:
Er wollte sich heute beim Chef beschweren. Da ist er aber schön bei
ihm angekommen. Ifflp
- das wird ja immer schöner! (ironisch)
Das wird ja immer schlimmer:
Du tust so gut wie nichts für die Schule und jetzt willst du auch noch
mehr Taschengeld. Das wird ja immer schöner.
SCHÖPF - eine Gelegenheit beim Schöpf fassen oder packen
Siehe FASSEN.
Er redet so einen Unsinn, ... bei ihm ist eine Schraube locker.
SCHÖPFUNG - die Herren der Schöpfung (ironisch)
Die Männer:
Für die Herren der Schöpfung gab es eine Schachtel Zigaretten und
für die Damen eine Packung Pralinen.
SCHOSS - seine Hände in den Schoß legen
Nicht mehr arbeiten, müßig sein:
Er ist doch noch viel zu jung, um seine Hände in den Schoß zu legen.
- j-m (wie eine reife Frucht) in den Schoß fallen
Ohne jegliche Bemühung zu etwas gelangen:
Wo er nur konnte, hat er die Arbeit gemieden, und trotzdem fiel ihm
der Erfolg (wie eine reife Frucht) in den Schoß.
- im Schoß der Familie
Bei seiner Familie:
Nach so vielen Jahren der Trennung ist Ihr Sohn jetzt wieder in den
Schoß der Familie zurückgekehrt.
SCHRAUBE - eine Schraube ohne Ende
Eine endlose Angelegenheit:
Zuerst war die Preiserhöhung, und dann kam eine allgemeine Lohnerhöhung.
Wenn das so weitergeht, ist das eine Schraube ohne Ende.
- bei ihm ist eine Schraube los oder locker (starker Ausdruck)
Er ist geistig nicht normal:
Er redet immer so einen Unsinn, man könnte meinen, bei ihm sei
eine Schraube locker,
SCHRECKLICH - schrecklich lange; schrecklich viel(e)
Sehr lange; sehr viel(e): ' .
Ich mußte schrecklich lange auf ihn warten. — Vor der Theaterkasse
standen schrecklich viele Menschen.
SCHREI - der neueste oder der letzte Schrei
Die neueste Mode:
Kurze Röcke sind in diesem Jahr wieder einmal der letzte Schrei.
SCHREIBEN - etwas in den Wind oder Ranch schreiben
Etwas als verloren betrachten:
Seine Firma hat Konkurs angemeldet. Das investierte Geld kann er
also in den Rauch schreiben.
SCHREIEN - das ist zum Schreien
Das ist sehr lustig, das ist zum Lachen:
Zum Schluß des Programms zeigte ein Tanzpaar, wie man in der guten
alten Zeit zu tanzen pflegte. Es war zum Schreien.
SCHRITT - auf Schritt und Tritt
Überall(hin), dauernd:
Der Hund liebt seinen Herrn und folgt ihm auf Schritt und Tritt.
- er konnte (mit dem Unterricht) nicht Schritt halten
Er konnte dem Unterricht nicht folgen:
Dem Lehrer tat es sehr leid, daß der Junge mit dem Unterricht nicht
Schritt halten konnte.
SCHROT - ein Mann von echtem Schrot und Korn
Ein charaktervoller Mann:
Mein Großvater war ein Mann von echtem Schrot und Korn. Wo
findet man solche Männer heute noch?
182
SCHUH - j-m die Schuld in die Schuhe schieben
J-m die Schuld, die Verantwortung zuschieben:
Wenn ihr ein Fehler unterlaufen ist, schiebt sie gern anderen die
Schuld in die Schuhe.
- der Schuh drückt
Sorgen haben:
Sag mir ruhig, wo dich der Schuh drückt.
SCHULE - aus der Schule plaudern
Geheimnisse erzählen:
Es ist uns unverständlich, woher die Konkurrenz von unseren Plänen
weiß. Irgend jemand muß aus der Schule geplaudert haben.
SCHULTER - etwas auf seine Schultern nehmen
Etwas auf sich nehmen, etwas ertragen:
Die Erziehung der elternlosen Neffen will der Onkel auf seine Schultern
nehmen.
- j-m die kalte Schulter zeigen
J-n nicht beachten, j-n verächtüch behandeln, j-n abweisen:
Als er ihr einen Heiratsantrag machte, zeigte sie ihm die kalte Schulter.
- etwas auf die leichte Schulter nehmen
Etwas nicht genügend beachten:
Diese Krankheit mußt du gründlich auskurieren, du darfst sie nicht
auf die leichte Schulter nehmen.
SCHUPPE - es fällt mir wie Schuppen von den Augen
Siehe FALLEN.
SCHÜRZENZIPFEL) - der Mutter am Rockzipfel oder an der
Schürze oder am Schürzenzipfel hängen
Siehe ROCKZIPFEL.
SCHUSS - seine Sachen in Schuß halten
Seine Sachen in Ordnung halten:
Er ist ein sehr ordentlicher Mensch und hält seine Sachen in Schuß.
183
SCHWACH - das schwache oder zarte Geschlecht
Die Frauen:
Er hat für das schwache Geschlecht schon immer viel übrig gehabt.
- eine schwache Stunde
Die Zeit, in der man nichts ablehnen kann:
Hätte ich ihm doch nur nicht den Kredit zugesagt! Als er mich damals
bat, ihm das Geld zu leihen, muß ich eine schwache Stunde gehabt
haben.
- j-n schwach machen
J-n belästigen, j-n nervös machen:
Das ständige Fragen der Kinder macht eine Mutter oft ganz schwach.
SCHWÄCHE - eine Schwäche für etwas haben
Etwas besonderes lieben:
Sie geht regelmäßig in Konzerte. Sie hat nun mal eine Schwäche für
Musik.
SCHWANZ - das Pferd beim Schwanz aufzäumen
Etwas verkehrt beginnen:
Man würde das Pferd beim Schwanz aufzäumen, wenn man die
Nachspeise vor dem Hauptgericht reichen würde.
SCHWÄNZEN - die Schule schwänzen
Absichtlich nicht in die Schule gehen, ohne Grund der Schule fernbleiben:
Unser Sohn mußte heute nachsitzen, weil er gestern die Schule geschwänzt
hatte.
SCHWÄRM - sie ist sein Schwärm
Er ist begeistert von ihr:
Er will heute unbedingt in den Film gehen. Die Hauptdarstellerin ist
nämlich sein Schwärm.
SCHWÄRMEN - für j-n (etwas) schwärmen
Von j-m (von etwas) begeistert sein:
Meine Schwester schwärmt für einen Jungen aus unserer Nachbarschuft.
SCHWARTE - eine alte Schwarte
Ein altes Buch:
Auf dem Dachboden fanden wir eine alte Schwarte von unserem Vater.
- arbeiten, bis die Schwarte knackt
Bis zum Umsinken arbeiten:
Die Gefangenen wurden zur Landarbeit eingesetzt. Sie mußten arbeiten,
bis die Schwarte knackte.
SCHWARZ - dort steht es schwarz auf weiß
Dort ist es gedruckt, geschrieben:
Wenn du es mir nicht glauben willst, so lies bitte den Brief, dort steht
es schwarz auf weiß.
- ein schwarzer Tag
Ein Unglückstag:
Gestern war für mich einschwarzer Tag. Ich habe meine Tasche mit
sämtlichen Ausweisen im Bus liegenlassen.
- j-n auf die schwarze Liste setzen
J-s Namen registrieren, der überwacht werden soll:
Früher wurden straffällige Personen bei der Polizei auf die schwarze
Liste gesetzt.
- ins Schwarze treffen
Das Wesentliche einer Sache erkennen:
Mit Ihrer Vermutung haben Sie genau ins Schwarze getroffen.
- warten, bis man schwarz wird
Sehr lange warten:
Auf dein Geld kannst du warten, bis du schwarz wirst.
SCHWEBEN - in Lebensgefahr schweben
Nahe daran sein zu sterben, dem Tode nahe sein:
Bei dem starken Schneesturm schwebten die Bergsteiger in größter
Lebensgefahr.
- schwebendes Verfahren
Noch nicht beendete, abgeschlossene Untersuchung:
Wir konnten der Presse über das noch schwebende Verfahren keine
Auskünfte geben.
SCHWEIGEN - sich in Schweigen hüllen
Nichts sagen:
Während ich dir schon drei Briefe geschrieben habe, hüllst du dich
immer noch in Schweigen.
SCHWEIN - Schwein haben
Glück haben:
Bei der letzten Lotterieausspielung hatte er großes Schwein. Er bekam
den Hauptgewinn.
SCHWEISS - das hat viel Schweiß gekostet oder an dieser Sache
hängt viel Schweiß
Das hat viel Mühe gemacht:
Wir haben das Haus ganz allein gebaut. Das hat viel Schweiß gekostet.
An dem Haus, das wir ohne fremde Hilfe erbaut haben, hängt
viel Schweiß.
- der kalte Schweiß steht ihm auf der Stirn
Er hat große Angst:
Wenn er in eine Prüfung gehen muß, steht ihm der kalte Schweiß auf
der Stirn.
SCHWELLE - an der Schwelle eines neuen Zeitabschnitts stehen
Vor einem neuen Zeitabschnitt stehen:
Wir stehen bald an der Schwelle des 21. Jahrhunderts.
SCHWELLEN - rede nicht so geschwollen
Sprich nicht mit so großen Worten:
Drück dich doch einfach aus und rede nicht so geschwollen.
SCHWER - einen schweren Kopf haben
Nach überreichlichem Alkoholgenuß oder durch große Sorgen
Kopfschmerzen haben; große Sorgen haben:
Gestern haben sie Abschied gefeiert. Daher hat er heute einen schweren
Kopf.
- schwer von Begriff sein
Nur langsam verstehen:
Der neue Lehrling gibt sich alle Mühe, aber er ist sehr schwer von
Begriff.
- schwer reich sein
Sehr reich sein:
Durch die Erbschaft sind sie schwerreiche Leute geworden.
SCHWERT - ein zweischneidiges Schwert sein
Gute, aber auch schlechte (negative) Seiten oder Konsequenzen
haben:
Lohnerhöhungen sind ein zweischneidiges Schwert, weil sie Preiserhöhungen
nach sich ziehen können.
SCHWIMMEN - das Zimmer schwimmt
Der Fußboden des Zimmers ist ganz naß:
Als wir zurückkamen, schwamm unser Badezimmer. Ich hatte vergessen,
das Badewasser abzustellen.
SCHWINDEL - ich mache den Schwindel nicht mit
Ich beteilige mich an dieser undurchsichtigen Sache nicht:
Die Firma steht vor dem Konkurs, und der Inhaber bat mich, ihm bei
der Geldbeschaffung behilflich zu sein, aber ich mache den Schwindel
nicht mit.
- der ganze Schwindel (starker Ausdruck)
Alles zusammen:
Otto hat ein glänzendes Geschäft gemacht. Er kaufte den ganzen
Schwindel, der weit mehr wert ist, für nur 100 Mark.
- ich kenne den Schwindel (starker Ausdruck)
Mit der Sache bin ich gut vertraut:
Sie brauchen mir den Vorgang nicht bis ins einzelne zu schildern, ich
kenne den Schwindel.
SCHWIRREN - mir schwirrt der Kopf
In meinem Kopf geht alles durcheinander:
Auf dem Empfang wurden mir so viele Leute vorgestellt, daß mir vor
lauter Namen der Kopf schwirrte.
SCHWUNG - die Sache kommt in Schwung
Die Sache beginnt Fortschritte zu machen:
Lange genug haben wir auf die Baugenehmigung gewartet, aber jetzt
kommt die Sache endlich in Schwung.
- ich bin heute in Schwung
Ich bin heute in Stimmung, ich bin heute unternehmungslustig:
Nach der gestrigen Unterredung bin ich heute richtig in Schwung, die
Verhandlungen zu führen.
SEELE - er hat mir aus der Seele gesprochen
Was er gesagt hat, entspricht ganz meiner Meinung:
Mit seinen Bedenken hat er mir aus der Seele gesprochen.
- er ist eine Seele von Mensch oder von einem Menschen
Er ist ein guter oder gutmütiger Mensch:
Für jeden hatte er ein gutes Wort. Er war eine Seele von Mensch.
- j-m etwas auf die Seele binden
J-n dringend bitten, etwas zu tun:
Ich habe unserer Nachbarin auf die Seele gebunden, sich während
unseres Urlaubs um unsere Blumen zu kümmern.
SEGEL - j-m den Wind aus den Segeln nehmen
J-m die Möglichkeit nehmen, etwas zu tun:
Dadurch, daß er sich entschuldigte, nahm er mir den Wind aus den
Segeln, gegen ihn gerichtlich vorzugehen.
- mit vollen Segeln auf sein Ziel losgehen
Mit voller Tatkraft sein Ziel verfolgen:
Wer im Leben etwas erreichen will, muß nach Abschluß der Schule
mit vollen Segeln auf sein Ziel losgehen.
SEGNEN - ihre Ehe ist mit Kindern gesegnet
Sie haben Kinder:
Ihre Ehe war mit Kindern gesegnet.
- einen gesegneten Appetit haben
Einen guten Appetit haben:
Nach der Feldarbeit hatten wir einen gesegneten Appetit.
SEHEN - daß einem Hören und Sehen vergeht
daß es kaum auszuhalten oder zu ertragen ist:
Der Start eines Großflugzeugs verursacht einen Lärm, daß einem
Hören und Sehen vergeht.
- alles in rosigem Licht sehen
Optimistisch sein:
Gib dich keinen Täuschungen hin. Es ist besser, nicht alles immer in
rosigem Licht zu sehen.
- sich sehen lassen können
Beachtenswert sein:
Die Arbeit dieses Künstlers kann sich wirklich sehen lassen.
- er kann sich nicht mehr sehen lassen
Er muß sich schämen:
Der gefeierte Tennischampion glaubt, nach seiner letzten Niederlage
könne er sich nicht mehr sehen lassen.
- nach j-m (etwas) sehen
Sich um j-n (etwas) kümmern:
Während unserer Reise wollen unsere Nachbarn nach den Pflanzen
sehen.
- eine Sache klar sehen
Eine Sache verstehen:
Bisher erschienen mir die Vorgänge sehr mysteriös, aber nach deinen
genauen Ausführungen sehe ich die Sache klar.
- alles doppelt sehen
Betrunken sein:
Als ich gestern von der Feier zurückkam, sah ich alles doppelt.
- das sieht ihm ähnlich
Das kann man nur von ihm erwarten:
Robert hat sich ein Auto gekauft, obwohl er kaum das Nötigste zum
Leben hat. Das sieht ihm ähnlich!
SEIN - er ist nichts
Er hat im Leben keinen Erfolg gehabt, er hat keinen festen Beruf:
Peter ist lediglich eine imposante Erscheinung, aber sonst ist er
nichts.
- was nicht ist, kann noch werden
Es gibt immer noch die Möglichkeit:
Nur nicht die Hoffnung aufgeben, was nicht ist, kann noch werden.
- etwas sein lassen
Etwas nicht mehr tun, etwas aufgeben:
Kannst du das Rauchen nicht endlich sein lassen?
- keiner will es gewesen sein
Jeder behauptet, es nicht getan zu haben:
Schon wieder hat man das Licht brennen lassen! Wenn man aber jemanden
fragt, will es keiner gewesen sein.
SEITE - j-m (mit Rat und Tat) zur Seite stehen
J-m helfen:
Gute Freunde stehen sich immer gern (mit Rat und Tat) zur Seite.
- Singen ist meine starke Seite
Ich singe sehr gut:
Ich bin bestimmt nicht unmusikalisch, aber Singen ist nun mal nicht
meine starke Seite.
- das ist meine schwache Seite
Das tue oder habe ich gern:
Für Konzerte gebe ich mein ganzes Taschengeld aus. Musik ist nun
einmal meine schwache Seit
- etwas auf die Seite legen
Etwas für sich sparen oder reservieren:
Man kann nie wissen, wie schnell man in Not gerät. Es ist immer gut,
rechtzeitig etwas Geld auf die Seite zu legen.
- j-n von der Seite ansehen
J-n verächtlich ansehen:
Seit Tagen bemerke ich, daß mich meine Kollegin immer von der
Seite ansieht. Was sie nur gegen mich hat?
SEITENSPRUNG - einen Seitensprung machen
Ein Liebesabenteuer suchen:
Sie ist dahintergekommen, daß ihr Mann Seitensprünge macht.
SELIG - selig sein
1. Glücklich sein:
Meine Schwester hat in der Lotterie eine Reise gewonnen. Sie ist ganz
selig.
2. (fam) Betrunken sein:
Er saß allein am Tisch, lachte und sang vor sich hin, und jeder sah,
daß er schon wieder selig war.
SEMESTER - er ist ein altes Semester
Er ist alt:
Torheiten sollte er sich nicht mehr erlauben. Er ist doch schon ein
ziemlich altes Semester.
Sie ist dahintergekommen, daß ihr Mann Seitensprünge macht.
SEMMEL - weggehen wie warme Semmeln
Schnell verkauft werden, sehr begehrt sein:
Die Kleider im Sonderangebot gingen weg wie warme Semmeln.
SENF - er muß überall seinen Senf dazugeben (starker Ausdruck)
Er muß immer ungefragt seine unwesentliche Meinung sagen:
Von der Sache selbst hat sein Sohn gar keine Ahnung, aber überall
muß er seinen Senf dazugeben.
SETZEN - aufs falsche Pferd setzen
Sich für eine Sache entscheiden, die einem Nachteile bringt:
Mit deiner Entscheidung, zur Konkurrenzfirma zu gehen, setzt du
bestimmt aufs falsche Pferd.
- es setzt Hiebe oder Schläge
Es gibt Schläge:
Wenn ihr heute wieder so schmutzig vom Spielplatz kommt, setzt es
Hiebe.
SICH - an (und für) sich
Im Grunde genommen, eigentlich:
Es war wie ein Wunder, daß bei dem Schiffsunglück noch jemand
gerettet werden konnte. An (und für) sich hatte niemand mehr mit
Überlebenden gerechnet.
- das ist eine Sache für sich
Das ist eine heikle oder eine besondere Angelegenheit:
Ich hätte nie Steuerberater werden mögen, denn die Steuergesetzgebung
ist eine Sache für sich.
- es hat nichts auf sich
Es hat keine Bedeutung, es ist unwesentlich:
Es hat nichts auf sich, ob er an den Verhandlungen teilnimmt oder
nicht.
- er macht sich
Er Wird besser, er macht Fortschritte, er entwickelt sich gut:
Er war bisher kein guter Schüler, aber jetzt macht er sich.
- er ist nicht bei sich
Er ist ohnmächtig, er ist nicht bei Bewußtsein, er ist nicht bei Sinnen:
Der Arzt sagte, er sei in den letzten Stunden vor seinem Tode nicht
mehr bei sich gewesen.
SICHER - sicher ist sicher
Zuviel Vorsicht ist besser als zu wenig:
Damit wir sie bestimmt antreffen, wollen wir ihnen unsere Ankunft
telegraphieren. Sicher ist sicher.
- die Firma ist nicht sicher
Man kann sich nicht darauf verlassen, daß die Firma zahlt:
Nach Auskunft des Ermittlungsbüros ist die Firma nicht sicher.
SIEB - sie hat ein Gedächtnis wie ein Sieb
Sie vergißt sehr schnell:
Ich habe ihr schon dreimal meine Telefonnummer gesagt, aber sie
kann sie nicht behalten. Sie hat ein Gedächtnis wie ein Sieb.
SIEGEL - unter dem Siegel der Verschwiegenheit
Streng vertraulich:
Ich sage dir das nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit.
SINN - für eine Sache (keinen) Sinn haben
Für etwas (kein) Interesse haben oder (un)empfänglich sein:
Du hast für Kunst offenbar gar keinen Sinn.
- in den Sinn kommen
1. Sich erinnern:
Irgendwo habe ich ihn schon einmal gesehen, aber sein Name will
mir nicht in den Sinn kommen.
2. Einen Gedanken haben:
Es ist mir nie in den Sinn gekommen, meinen Betrieb aufzugeben.
- seine fünf Sinne beisammen haben
Geistig normal sein:
Wer so etwas tut, kann seine fünf Sinne nicht beisammen haben.
SITZEN - über den Büchern (einer Arbeit) sitzen
Eifrig studieren (arbeiten):
Er gönnt sich keine freie Minute, selbst am Sonntag sitzt er über den
Büchern (über seiner Arbeit).
- der Schalk oder Schelm sitzt ihm im Nacken
Er macht gern Scherze:
Glaube nicht alles, was er erzählt. Der Schalk sitzt ihm im Nacken.
- wegen Diebstahls sitzen
Wegen Diebstahls im Gefängnis sein:
Ihr Untermieter ist nicht verreist. Er sitzt wegen Diebstahls.
- etwas nicht auf sich sitzen lassen
Etwas nicht unwidersprochen hinnehmen, sich etwas nicht gefallen
lassen:
Einen unberechtigten Vorwurf darf man nicht auf sich sitzen lassen.
- der Schlag sitzt
Der Schlag traf gut:
Als der Angegriffene zuschlug, stürzte der Bursche zu Boden. Der
Schlag hatte gesessen.
- einen sitzen haben
Betrunken sein:
Trink nichts mehr! Du hast ja schon einen sitzen.
SITZENBLEIBEN - (in der Klasse) sitzenbleiben
Wegen schlechter Leistungen in der Schule die Klasse wiederholen
müssen:
Die Nachricht, daß sein Sohn (in der Klasse) sitzenbleiben würde,
war für ihn ein Schock.
- auf seiner Ware sitzenbleiben (fam)
Eine Ware nicht verkaufen können, für seine Ware keine Käufer
findenl
Der Kaufmann hatte sich für das Weihnachtsgeschäft mit einem
großen Vorrat eingedeckt und ist auf seiner Ware sitzengeblieben.
Der Kaufmann ... ist auf seiner Ware sitzengeblieben.
SITZENLASSEN - ein Mädchen sitzenlassen
Ein Mädchen nicht heiraten, obwohl es ihr versprochen wurde:
Als er das Mädchen kennenlernte, ließ er kurzerhand seine Verlobte
sitzen.
- j-n sitzenlassen
Nicht zu j-m gehen, obwohl man versprochen hat zu kommen:
Nun warten wir schon eine ganze Stunde auf sie. Ich fürchte fast, sie
läßt uns sitzen.
SITZFLEISCH - kein Sitzfleisch haben
Nicht lange sitzen mögen:
Büroarbeit ist nichts für mich. Ich habe kein Sitzfleisch.
SKANDAL - es ist ein Skandal
Es ist eine Unverschämtheit:
Es ist ein Skandal, wie man mit den Leuten umgeht.
SO — so siehst da aus
Du irrst dich, das traue ich dir (nicht) zu:
Hast du wirklich geglaubt, ich würde dir noch einmal mit Geld aushelfen?
So siehst du aus!
- ich will nicht so sein
Ich gebe nach:
Eigentlich habe ich ihm verboten, ins Kino zu gehen, aber ich will
mal nicht so sein.
SOCKE - sich auf die Socken machen
Fortgehen:
Es wird schon dunkel, wir müssen uns schnellstens auf die Socken
machen.
- von den Socken sein
Verblüfft, sehr erstaunt sein:
Als ich hörte, daß du verheiratet bist, war ich von den Socken.
SOHLE - sich an j-s Sohlen heften
Dicht bei j-m bleiben (beim Gehen):
Ein Passant heftete sich an die Sohlen des Verdächtigen, bis er ihn
von einem Polizeibeamten festnehmen lassen konnte.
- es brennt mir unter den Sohlen
Ich muß sofort gehen:
Ich habe nicht länger Zeit. Es brennt mir unter den Sohlen, denn seit
einer Stunde wartet meine Frau auf mich.
- das habe ich mir längst an den Sohlen abgelaufen
Das ist mir nicht neu, diese Erfahrung habe ich schon lange gemacht:
Ihre Erfahrungen sind interessant, aber nicht neu. Das habe ich mir
längst an den Sohlen abgelaufen.
- auf leisen Sohlen
Sehr leise:
Wir gingen auf leisen Sohlen aus dem Zimmer.
SONST3 - sonst wer
1. Irgend jemand:
Die Arbeit muß heute unbedingt erledigt werden. Entweder machst
du sie oder sonst wer.
2. Eine besonders wichtige Persönlichkeit:
Er ist sehr überzeugt von sich und glaubt, er sei sonst wer.
SORGENKIND - er (etwas) ist ein Sorgenkind
Er (etwas) mach (seiner Familie) Sorgen:
Von zwölf Monaten ist er mindestens sechs krank. Er ist das Sorgenkind
der Familie.
SPAN - daß die Späne fliegen
Mit Eifer (arbeiten):
Du arbeitest ja, daß nur so die Späne fliegen.
SPANISCH - das kommt mir spanisch vor
Das verstehe ich nicht; ich fürchte, da stimmt etwas nicht:
Mein Vater ist sonst immer pünktlich zu Hause und jetzt ist er noch
nicht da. Das kommt mir spanisch vor.
SPANNEN - gespannt sein (wie ein Regenschirm)
Sehr neugierig sein:
Ich bin gespannt (wie ein Regenschirm), ob er sein Versprechen halten
würde.
SPARREN - einen Sparren (im Kopf) haben (derb)
Nicht ganz normal sein:
Den mußt du nicht ernst nehmen. Der hat einen Sparren.
SPATZ - die Spatzen pfeifen es von den Dächern
Allgemein bekannt sein:
Daß mit eurer Ehe etwas nicht in Ordnung ist, pfeifen doch schon die
Spatzen von den Dächern.
- mit Kanonen nach Spatzen schießen
Mit übergroßem Aufwand kleine Mißstände beseitigen wollen:
Sie können der Kassiererin bei dem geringen Fehlbetrag nicht gleich
mit der Polizei drohen. Das hieße ja, mit Kanonen nach Spatzen
schießen.
SPECK - wie die Made im Speck leben
Gut leben:
Ihr lebt ja hier wie die Made im Speck.
- nichts wie ran an den Speck (starker Ausdruck)
Los! Vorwärts!:
Mir der Arbeit müssen wir bis zum Abend fertig werden. Also nichts
wie ran an den Speck!
SPECKIG - speckig und dreckig
Fettig und schmutzig:
Der Anzug muß dringend gereinigt werden. Am Kragen ist er schon
ganz speckig und dreckig.
SPIEGEL - j-m den Spiegel vorhalten
J-m unverblümt die Meinung sagen; j-m sagen, was man von ihm
denkt:
Deine Schwester ist so schrecklich egoistisch. Man sollte ihr einmal
den Spiegel vorhalten.
- sich (etwas) hinter den Spiegel stecken
Sich eine Zurechtweisung merken:
Wenn ich dir jetzt sage, daß du ein unmöglicher Mensch bist, so
kannst du dir das ruhig hinter den Spiegel stecken.
SPIEL - laß mich aus dem Spiel
Ich will mit dieser Sache nichts zu tun haben:
Ich habe dich vor dem Mann gewarnt, aber du wolltest nicht hören.
Jetzt laß mich bitte aus dem Spiel!
- aufs Spiel setzen
Riskieren:
Die Mitglieder des Bergungstrupps setzten für die verunglückten
Bergsteiger ihr Leben aufs Spiel.
- ein Spiel mit dem Feuer
Eine gefährliche Angelegenheit:
Die Liebe ist ein Spiel mit dem Feuer.
SPIESS - wie am Spieße schreien oder brüllen
Laut schreien:
Das kleine Mädchen hatte einen so großen Schreck bekommen, daß
es wie am Spieße brüllte.
- den Spieß umdrehen
Statt sich zu verteidigen, das gleiche Argument zum Angriff benutzen:
So, jetzt hast du deine Meinung gesagt. Nun drehen wir mal den
Spieß um und sagen, was wir von dir denken.
SPIESSRUTEN - Spießruten laufen
Spöttische Blicke und Bemerkungen hinnehmen müssen:
Nachdem bekannt wurde, daß ihr Mann ins Gefängnis gekommen
ist, muß die Frau immer bei den Nachbarn Spießruten laufen, wenn
sie das Haus verläßt
SPITZ - eine spitze Zunge haben
Immer gehässige Bemerkungen machen:
In ein Wortgefecht mit Rita darfst du dich nicht einlassen. Sie hat eine
spitze Zunge.
- spitz aussehen
Schmal im Gesicht aussehen:
Der Patient hatte die Operation zwar gut überstanden, er sah aber
noch nach Monaten sehr spitz aus.
- eine spitze Feder führen
Scharfe Kritiken schreiben:
Die Artikel des Kritikers waren gefürchtet, denn es war bekannt, daß
er eine spitze Feder fährte.
- etwas spitzkriegen
Etwas begreifen, herausbekommen, erfahren:
Immer wieder habe ich über den Zaubertrick nachgedacht, jetzt endlich
habe ich ihn spitzgekriegt.
SPITZE - eine Sache auf die Spitze treiben
Etwas bis zum äußersten treiben:
Du darfst meine Gutmütigkeit nicht auf die Spitze treiben.
- j-m die Spitze bieten
J-m Widerstand bieten; j-m entgegentreten:
Ich weiß nicht, was heute mit dir los ist. Du versuchst, mir bei jeder
sich bietenden Gelegenheit die Spitze zu bieten.
- an der Spitze stehen
An erster Stelle stehen:
Die Kurse für die Montanaktien haben sich weiterhin behauptet und
stehen heute sogar an der Spitze.
SPITZEN - sich auf etwas spitzen
Hoffen, etwas zu bekommen:
Er war sehr enttäuscht, denn er hatte sich darauf gespitzt, zum Essen
eingeladen zu werden.
SPOREN - sich die Sporen verdienen
Durch gute Leistungen Verdienste erwerben:
In der Krebsforschung hat sich der junge Wissenschaftler die ersten
Sporen verdient.
SPORNEN - er ist gestiefelt und gespornt
Er ist bereit fortzugehen:
Ich hatte nicht gewußt, daß er weggehen wollte. Als ich zu ihm kam,
war er gestiefelt und gespornt.
Saas - -
SPOTTEN - jeder Beschreibung spotten
Unbeschreiblich schlecht sein:
Diese Arbeit soll ein Meisterwerk sein? Sie spottet jeder Beschreibung.
SPRECHEN - für j-n nicht zu sprechen sein
J-n nicht empfangen:
Sie fühlte sich nicht wohl und ließ sagen, daß sie für niemand zu
sprechen sei.
- gut auf j-n zu sprechen sein
J-n mögen, Sympathien für j-n haben:
Fräulein Braun ist tüchtig und zuverlässig, darum ist ihr Chef gut auf
sie zu sprechen.
i die Sache spricht für ihn
Die Sache zeugt von einem guten Charakter, von seiner Tüchtigkeit,
etwas erwirbt ihm Sympathien:
Daß er unaufgefordert die Arbeit seines erkrankten Kollegen mit
übernahm, spricht für ihn.
SPRINGEN - das springt in die Augen
Das ist auffällig, das fällt sehr auf:
Jedem Touristen springen in New York sofort die Wolkenkratzer in
die Augen.
- der springende Punkt
Das Wesentliche:
Der springende Punkt der Geldentwertung sind die ständigen Lohnund
Preissteigerungen.
- etwas springen lassen
Etwas spendieren, etwas ausgeben:
Zu seinem Jubiläum hat er fiir alle Kollegen etwas springen lassen.
SPRUNG - auf dem Sprung sein oder stehen
Bereit sein, etwas zu tun:
Ich war gerade auf dem Sprung, dir ein Telegramm zu schicken, als
mir der Postbote deinen Brief brachte.
- (keine) große(n) Sprünge machen
(Nicht) verschwenderisch leben, (nicht) viel unternehmen:
Mit ihrem kleinen Einkommen kann sie keine großen Sprünge machen.
- j-n auf einen Sprung besuchen
J-n für kurze Zeit besuchen:
Wenn ich wieder einmal nach Hamburg komme, will ich versuchen,
dich wenigstens auf einen Sprung zu besuchen.
Mit dem Flugzeug ist es nur ein Sprung.
202
- ein (kleiner) Sprung
Ein kurzer Weg:
Mit dem Flugzeug ist der Weg von Hannover nach Berlin nur ein
(kleiner) Sprung.
SPUCKE - mir blieb die Spucke weg
Ich war sehr erstaunt:
Ab er mir von seinem Plan, ins Ausland zu gehen, berichtete, blieb
mir die Spucke weg.
STAAT - mit etwas Staat machen
Mit etwas prunken oder prahlen:
Frau Müllerkaufte sich den Persianermantel nur, um damit Staat zu
machen.
STAB - den Stab über j-n brechen
Siehe BRECHEN.
STAMM - er ist vom Stamme „Nimm"
Er ist unbescheiden; er nimmt lieber, anstatt zu geben:
Kein Wunder, daß er so wohlhabend ist, er ist ja auch vom Stamme
„Nimm".
STAND - gut im Stande sein
In gutem Zustand sein:
Das zum Kauf angebotene Auto ist zwar ein altes Modell, aber
durchaus noch gut im Stande.
STANDPUNKT - j-m seinen Standpunkt klarmachen
J-m seine Meinung deutlich sagen:
Die Angestellte versuchte, die Vorhaltungen des Chefs stets zu bagateltisieren,
worauf dieser ihr tüchtig seinen Standpunkt klarmachte.
STANGE - ein Anzug von der Stange
Ein Konfektionsanzug, ein fertig gekaufter Anzug (Gegenteil: ein
Maßanzug):
Mein Sohn hat eine normale Figur. Ihm paßt jeder Anzug von der
Stange.
- eine Stange Geld oder Gold
Sehr viel Geld:
In seiner Freizeit schreibt er Krimis, und damit hat er schon eine ganz
schöne Stange Geld verdient.
- j-m die Stange halten
J-n in Schutz nehmen, treu zu j-m stehen:
Trotz großer Anfeindungen hielt ihm sein Freund die Stange.
- bei der Stange bleiben
Beharrlich sein, ausharren:
Wir dürfen nicht nachgeben, sondern müssen bei der Stange bleiben,
sonst ist unsere bisherige Mühe verloren.
STAPEL - eine Rede vom Stapel lassen
Eine Rede halten:
Auf der Hochzeit seiner Tochter ließ er eine sehr launige Rede vom
STARK - das starke Geschlecht
Die Männer:
Nur Mut, mein Freund, das starke Geschlecht darf sich vor den
Frauen doch nicht schwach zeigen.
- das ist ein starkes Stück
Das ist unverschämt:
Die Täuschungsmanöver des Prokuristen waren ein starkes Stück.
- sich stark machen für j-n (etwas)
Sich für j-n (etwas) einsetzen:
Ich glaube, deine Sache geht jetzt in Ordnung. Ich habe mich für dich
beim Chef stark gemacht.
STAUB - Staub aufwirbeln
Aufsehen erregen:
Der Prozeß gegen den Politiker hat viel Staub aufgewirbelt.
- sich aus dem Staube machen
Heimlich verschwinden, davongehen:
Als ihm die Polizei auf die Spur kam, machte ersieh aus dem Staube.
STAUNEN - Bauklötzer staunen
Sehr überrascht sein:
Über die Karriere unseres ehemaligen Schulkameraden staunten wir
alle Bauklötzer.
STECKEN (Verb) - den Kopf in den Sand stecken
Die Tatsachen nicht sehen wollen, die Unannehmlichkeiten nicht
erkennen wollen:
Anstatt für Abhilfe zu sorgen, steckt er den Kopf in den Sand.
- hinter j-m (etwas) stecken
Hinter j-m (etwas) verborgen sein:
Ich möchte nur wissen, was hinter der ganzen Sache steckt.
- j-m etwas stecken
J-m seine wahre Meinung sagen:
Wie kommt er dazu, Unwahrheiten über mich zu verbreiten? Dem
werde ich mal meine Meinung stecken.
- in ihm steckt etwas
Er ist begabt:
Der bekannte Maler will den jungen Mann kostenlos ausbilden. Er
meint, in ihm stecke etwas.
- wo steckt er?
Wo ist er?:
Seit einer halben Stunde suche ich den Jungen. Wo er nur steckt?
- in der Arbeit stecken
Viel Arbeit haben:
Ich stecke so in der Arbeit, daß ich nicht einmal Zeit habe, einen kurzen
Urlaub zu machen.
STECKEN (Nomen) - Dreck am Stecken haben
Ein schlechtes Gewissen haben, etwas Unrechtes getan haben:
Wer selber Dreck am Stecken hat, sollte nicht über andere urteilen.
STECKENPFERD - sein Steckenpferd reiten
Seinem Hobby nachgehen:
Im Urlaub reitet er nur sein Steckenpferd und ist den ganzen Tag
beim Segeln.
STEGREIF - aus dem Stegreif
Ohne schriftliche Vorlage, ohne Manuskript:
Mein Kollege kann zu jedem Anlaß aus dem Stegreif eine Rede halten.
STEHEN - es steht schlecht um ihn
Es geht ihm schlecht:
Er konnte sich von der Operation nicht recht erholen, und die Ärzte
sagen, es stünde schlecht um ihn.
- sich gut mit j-m stehen
Gute Beziehungen mit j-m haben:
Mit unseren Nachbarn stehen wir uns sehr gut. Sie tun uns auch gern
jede Gefälligkeit.
- sich gut stehen
In einer guten Lage sein, es geht ihm oder ihr gut:
Herr B. hat zwei große Textilgeschäfte, und soviel ich weiß, steht er
sich sehr gut.
- j-m gut stehen
J-n kleiden:
Das blaue Kleid steht Ihnen sehr gut.
- über einer Sache stehen
Eine Sache beherrschen:
Wegen unserer Differenzen wollen wir unseren alten Freund O. um
Vermittlung bitten. Er steht über der Sache.
I " i
- wie stehst du dazu?
Wie denkst du darüber?, was ist deine Meinung darüber?:
Unsere Firma will die Produktion drosseln. Wie stehen Sie dazu?
- alles steht (auf dem) Kopf
Alles ist durcheinander, verkehrt:
Als unsere Mutter verreist war, stand in der Wohnung alles (auf
dem) Kopf.
- sich die Beine in den Leib stehen
Lange stellen und warten:
Wenn wir auf dich warten, müssen wir uns immer erst die Beine in
den Leib stehen.
STEHLEN - du kannst mir gestohlen bleiben (starker Ausdruck)
Du bist mir gleichgültig, ich will mit dir nichts mehr zu tun haben:
Wenn du mir nicht hilfst, kannst du mir gestohlen bleiben.
STEIF - etwas steif und fest behaupten
Etwas nachdrücklich behaupten:
Da hat doch dieser Mensch steif und fest behauptet, ich hätte ihm seinen
Platz weggenommen.
STEIFHALTEN - die Ohren steifhalten
Durchhalten, nicht nachgeben:
Bald hast du die Prüfung überstanden, du mußt nur die Ohren steifhalten.
STEIN - Stein und Bein schwören
Leidenschaftlich beteuern:
Sein Komplice schwor Stein und Bein, bis zu jenem Abend nichts
von einem beabsichtigten Einbruch gewußt zu haben.
- Stein und Bein frieren
Sehr frieren:
Die nur mit Sommerkleidung ausgerüsteten Touristen froren bei
dem plötzlich hereingebrochenen Winter Stein und Bein.
- bei j-m einen Stein im Brett haben
J-s Sympathien haben:
Haben Sie denn noch gar nicht gemerkt, daß Ihre Tochter bei ihrem
Lehrer einen Stein im Brett hat?
STELLE - nicht von der Stelle kommen
Nicht vorwärtskommen, keinen Fortschritt machen:
In den Wintermonaten kommen die Straßenarbeiten nicht von der
Stelle.
- auf der Stelle treten
Nicht vorwärtskommen:
Die Wissenschaftler wurden schon ungeduldig, weil sie mit ihren
Forschungsarbeiten seit Wochen auf der Stelle traten.
- auf der Stelle
Sofort:
Bei dem schweren Autobusunglück waren fünf Personen auf der
Stelle tot.
STELLEN - j-n auf die Probe stellen
J-n prüfen:
Durch verschiedene Fragen stellte der Chef die Bewerber erst einmal
auf die Probe.
- auf sich gestellt sein
Ohne Hilfe, ohne Unterstützung sein:
Nach dem Tode ihrer Eltern war das junge Mädchen völlig auf sich
gestellt.
- sich der Polizei stellen
Zur Polizei gehen und sich als Täter melden:
Am nächsten Morgen stellte sich der Mörder freiwillig der Polizei.
- sich j-m in den Weg stellen
J-m Schwierigkeiten machen:
Seine Kollegen mißgönnten ihm die bessere Stellung und versuchten,
wo sie nur konnten, sich ihm in den Weg zu stellen.
- sich krank (dumm) stellen
So tun, als sei man krank (als wisse man nichts davon):
Er hatte keine Lust, heute zum Dienst zu gehen, und stellte sich
krank.
- wie stellt er sich dazu?
Wie denkt er darüber?, wie wird er sich dazu verhalten?:
Ihr Vater wünschte sich für seine Tochter eigentlich einen soliden
Beruf. Wie stellt er sich nun dazu, daß sie Schauspielerin werden
will?
- sich mit j-m gut stellen
Sich bemühen, mit j-m gut auszukommen:
Wir sind auf ihre Hilfe angewiesen und müssen uns gut mit ihr stellen.
- gut gestellt sein
Gut situiert, wohlhabend sein:
Für Herrn T. war diese Spende kein Opfer, er ist doch sehr gut gestellt.
STERBEN - nicht leben und nicht sterben können
Sich sehr krank und elend fühlen:
Die seekranken Passagiere hingen an der Reling und konnten nicht
leben und nicht sterben.
- zum Leben zuwenig, zum Sterben zuviel
Nicht genug Geld, nicht viel Geld:
Er war glücklich, nach langer Arbeitslosigkeit eine Stellung bekommen
zu haben, aber das Gehalt war zum Leben zuwenig und zum
Sterben zuviel.
STICH - j-n im Stich lassen
J-n verlassen, sein Versprechen nicht halten, j-m nicht helfen:
Jetzt, wo ich dich brauche, läßt du mich im Stich.
- j-m einen Stich versetzen
J-m etwas Unangenehmes, etwas Kränkendes sagen:
Mit den spöttischen Bemerkungen über ihren Sohn versetzten die
Nachbarn der Mutter einen Stich.
- einen Stich haben (starker Ausdruck)
Nicht normal im Kopf sein:
Wie hast du diese Dummheit machen können. Ich glaube, du hast einen
Stich.
STICHFEST - hieb- und stichfest sein
Sicher sein:
Es stellte sich bei der Voruntersuchung heraus, daß der Angeklagte
als Täter nicht in Frage kam, da er ein hieb- und stichfestes Alibi für
die Tatzeit beibringen konnte.
STIEFEL - einen Stiefel vertragen
Viel (Alkohol) trinken können:
Mit meinem Kollegen darfst du nicht um die Wette trinken, der verträgt
einen ziemlichen Stiefel.
STIEL - etwas mit Stumpf und Stiel ausrotten
Etwas restlos vernichten:
Mit dem neuen Mittel kann man das Unkraut mit Stumpf und Stiel
ausrotten.
STIELAUGEN - Stielaugen machen
Gierig blicken, neidvoll schauen:
Als ich meiner Freundin das neue Kleid zeigte, machte sie aber Stielaugen.
STIER - den Stier bei den Hörnern packen
Eine Sache mutig anpacken:
Die Aufgabe ist nicht so schwer, wie sie aussieht. Du mußt nur den
Stier bei den Hörnern packen.
STIRN - j-m (einer Sache) die Stirn bieten
J-m (einer Sache) furchtlos entgegentreten:
Merke dir, mein Sohn:„Dem Schicksal die Stirn bieten, nur so wirst
du das Leben meistern."
- die Stirn haben
Dreist, frech sein:
Der Lehrling hatte die Stirn, seinem Meister zu widersprechen.
STOPFEN - j-m den Mund oder das Maul (derber Ausdruck)
stopfen
J-n zum Schweigen bringen:
Wie kann sie nur solche Lügen verbreiten? Ich werde ihr mal den
Mund stopfen.
STOSSEN - sich an etwas stoßen
Etwas als störend empfinden, an etwas Anstoß nehmen:
Er ist ein netter Mensch. Ich stoße mich nur an seiner lässigen Sprache.
STRANG - am gleichen Strang ziehen
Das gleiche Ziel verfolgen:
Gute Mitarbeiter werden stets am gleichen Strang ziehen.
— über die Stränge schlagen oder hauen
Übermütig, leichtsinnig sein:
Seine Eltern haben große Sorgen mit ihm, weil er immer wieder über
die Stränge schlägt.
- wenn alle Stränge reißen
Im Notfall:
Ich hoffe, bis zum nächsten Ersten mit meinem Geld auszukommen.
Wenn alle Stränge reißen, muß ich etwas von meinem Sparguthaben
abheben.
STRASSE - auf der Straße hegen
Sich herumtreiben:
Was treibt dein Sohn eigentlich? Ich sehe ihn dauernd auf der Straße
liegen.
- auf der Straße sitzen
arbeitslos sein:
In den Zeiten der Wirtschaftskrise sitzen viele qualifizierte Facharbeiter
auf der Straße.
Viele qualifizierte Facharbeiter sitzen auf der Straße.
- sein Geld auf die Straße werfen
Sein Geld vergeuden, nutzlos ausgeben:
Ich denke nicht daran, so eine überflüssige Sache zu kaufen. Ich
werfe mein Geld doch nicht auf die Straße.
STRECKEN - j-n zu Boden strecken
J-n besiegen, j-n erschießen:
Mit einem kräftigen Schlag streckte er seinen Gegner zu Boden.
- die Waffen strecken
Sich ergeben:
Nach erbittertem Kampf streckten die gegnerischen Truppen die
Waffen.
- alle viere von sich strecken
Verenden, krepieren:
Das schwer verwundete Reh schleppte sich noch ein paar Meter weiter,
stürzte nieder und streckte alle viere von sich.
STREICH - j-m einen Streich spielen
J-m einen Schabernack oder Possen spielen, mit j-m einen derben
Scherz machen:
Die Schüler haben oft versucht, ihrem Klassenlehrer einen Streich zu
spielen.
STRICH - einen Strich unter etwas machen
Etwas beenden, etwas abschließen:
Er hat sich fest vorgenommen, unter sein bisheriges Leben einen
Strich zu machen und neu anzufangen.
- keinen Strich tun
Nichts tun, nicht arbeiten:
Ich hatte so viel anderes zu erledigen, daß ich heute noch keinen
Strich an meiner Arbeit tun konnte.
- j-m einen Strich durch die Rechnung machen
J-s Plan vereiteln:
Wir hatten uns so auf die Dampferfahrt gefreut, und nun hat uns das
schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.
- nach Strich und Faden
Tüchtig:
Als er mit der zerrissenen Hose nach Hause kam, hat der Vater ihn
nach Strich und Faden verprügelt.
- auf den Strich gehen
Auf Männerfang gehen:
Die Frauen, die da herumstehen, gehen auf den Strich.
STRICK - j-m einen Strick drehen
J-n hereinlegen, j-m schaden:
Sein Nachbar versuchte, ihm aus seiner politischen Einstellung einen
Strick zu drehen.
STROH - Stroh im Kopf haben
Dumm sein:
Du bist so schlecht in der Schule, daß man meinen könnte, du hättest
nur Stroh im Kopf.
- leeres Stroh dreschen
Nutzloses reden oder tun:
Die Debatte verlief erfolglos; es wurde die ganze Zeit auch nur leeres
Stroh gedroschen.
STROHHALM - sich an einen Strohhalm klammern
Vertrauen auf die geringste, fast hoffnungslose Möglichkeit haben:
Die Hoffnung, durch einen Lotteriegewinn zu Geld zu kommen, erwies
sich als Strohhalm, an den er sich klammerte.
STROM - gegen den Strom schwimmen
Sich gegen die allgemeine Meinung stellen:
Gib es auf, gegen den Strom zu schwimmen, es ist nur zu deinem
Schaden.
STÜCK - große Stücke auf j-n halten
J-n sehr schätzen:
Der Direktor hält auf seinen Prokuristen große Stücke und zieht ihn
zu allen wichtigen Verhandlungen hinzu.
STUHL - sich zwischen zwei Stühle setzen
Sich beide Möglichkeiten entgehen lassen:
Jetzt, nachdem die Firma deine Bewerbung abgelehnt hat und du bei
deiner alten Firma gekündigt hast, hast du dich richtig zwischen z wei
Stühle gesetzt.
- j-m den Stuhl vor die Tür setzen
J-n aus dem Haus weisen, j-n hinauswerfen:
Wenn du dich nicht änderst, wird dir dein Chef eines Tages den Stuhl
vor die Tür setzen.
STURMFREI - eine sturmfreie Bude (stärker fam)
Ein Zimmer, in dem man unbehelligt Besuch jeder Art empfangen
kann:
Als Student hatte ich mir immer eine sturmfreie Bude gewünscht,
aber es ist mir nie gelungen. Meine Wirtinnen haben immer wie die
Schießhunde aufgepaßt.
SUPPE - j-m die Suppe versalzen
J-m den Spaß verderben, j-m die Freude an einer Sache nehmen:
Der hat sich doch tatsächlich mit meiner Freundin verabredet. Dem
werde ich aber gründlich die Suppe versalzen.
- die Suppe auslöffeln (, die man sich eingebrockt hat)
Sich mit den (selbstverschuldeten) Unannehmlichkeiten abfinden:
Mit deinem unmöglichen Verhalten dem Chef gegenüber hast du dir
eine schöne Suppe eingebrockt. Jetzt löffle sie gefälligst auch alleine
aus!
SZENE - j-m eine Szene machen
J-m (heftige) Vorwürfe machen:
Als ihr Mann betrunken nach Hause kam, machte sie ihm ein heftige
Szene.

 

 

 

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