KAKAO - j-n durch den Kakao ziehen
J-n bei anderen Leuten lächerlich machen, j-n verspotten:
Was fällt dir ein, mich vor allen Leuten durch den Kakao zu ziehen?
KALT - es läßt mich kalt
Es ist mir gleichgültig:
Ihre Trauer um den verstorbenen Sohn ließ ihn völlig kalt.
KAMM - alle(s) über einen Kamm scheren
Alle(s) gleich behandeln:
Wenn du auch mit vielen Menschen schlechte Erfahrungen gemacht
hast, so darfst du doch nicht alle über einen Kamm scheren.
KANDARE - j-n an die Kandare nehmen
J-n streng behandeln:
Wenn man den Jungen nicht ständig an die Kandare nimmt, läßt er
sofort in seinen Leistungen nach.
KANONE - er ist eine große Kanone
Er ist sehr tüchtig:
In der Leichtathletik ist er eine große Kanone.
- unter aller Kanone (starker Ausdruck)
Sehr schlecht:
Der gestrige wirklich unter aller Kanone.
KANTE - etwas auf die hohe Kante legen
Sparen:
Sehr viele Menschen haben durch den Krieg alles verloren, was sie
auf die hohe Kante gelegt hatten.
KAPPE - etwas auf seine (eigene) Kappe nehmen
Etwas voll verantworten:
Ich sehe nicht ein, warum ich alles auf meine Kappe nehmen soll.
98 .
KARRE - j-n vor seinen Karren spannen
J-n für seine Interessen arbeiten lassen:
Der soll seine Interessen gefälligst selbst wahrnehmen. Ich lasse mich
von ihm nicht dauernd vor seinen Karren spannen.
- die Karre aus dem Dreck ziehen (starker Ausdruck)
Die Situation retten, die Sache in Ordnung bringen:
Es wird sehr mühsam sein, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.
KARTE - die Karten offen hinlegen oder aufdecken
Seine Absichten offen sagen:
Es war unser Ziel, möglichst schnell zu einem Ergebnis zu kommen,
so legten wir von Anfang an die Karten offen hin.
- mit offenen Karten spielen
Offen handeln:
Von anderen erwartete er, daß sie mit offenen Karten spielen, aber er
hielt alle seine Pläne geheim.
- sich nicht in die Karten sehen oder gucken lassen
Seine Lage oder seine Absichten geheimhalten:
Unser Anwalt verstand es, sich während des ganzen Prozesses nicht
in die Karten gucken zu lassen.
- alles auf eine Karte setzen
Mit allen Mitteln ein Entscheidung herbeiführen wollen, seine
ganze Kraft einsetzen:
Die Mannschaft setzte alles auf eine Karte und gewann das Spiel.
- auf die falsche Karte setzen
Die falsche Entscheidung treffen:
Das Ergebnis zeigte, daß wir auf die falsche Karte gesetzt hatten.
KASTANIEN - für j-n die Kastanien aus dem Feuer holen
J-m eine Unannehmlichkeit abnehmen:
Er soll doch seine Klage selbst vorbringen. Warum soll ich immer
für ihn die Kastanien aus dem Feuer holen.
KATZE - für die Katz
Vergeblich:
Wochenlang haben wir dafür gearbeitet, undnunistdie ganzeArbeit
für die Katz.
- die Katze im Sack kaufen
Etwas kaufen, ohne es gesehen zu haben:
Prüfen Sie genau, was Sie kaufen, kaufen Sie nicht die Katze im
Sack.
- die Katze aus dem Sack lassen
Ein Geheimnis bekanntgeben:
Es war eine unüberlegte Äußerung von ihm. Aber damit hatte er die
Katze aus dem Sack gelassen. Jetzt wissen wir alles.
- wie die Katze um den heißen Brei herumgehen
Sich an das eigentliche Thema nicht heranwagen:
Geh doch nicht wie die Katze um den heißen Brei herum, sondern
sag endlich, was du eigentlich willst.
KAUF - etwas (mit) in Kauf nehmen
Etwas als unvermeidlich hinnehmen:
Wir waren mit dem Verlauf unserer Reise sehr zufrieden, bis auf einige
kleine Unannehmlichkeiten, die wir aber gern (mit) in Kauf genommen
haben.
KEGEL - mit Kind und Kegel
Mit der ganzen Familie:
Sie gingen am Sonntag mit Kind und Kegel in den Zoo.
KEHLE - etwas in die falsche Kehle kriegen
Etwas mißverstehen und verärgert sein:
Ich glaube, daß der Chef deine Kritik in die falsche Kehle gekriegt
hat.
- sich die Kehle aus dem Hals schreien
Sehr laut und lange schreien:
Wenn ich dich rufen will, muß ich mir jedesmal die Kehle aus dem
Hals schreien.
KEIM - etwas im Keim ersticken
Etwas im Entstehen unterdrücken, etwas schon bei den ersten Anzeichen
unterbinden, verhindern:
Jeder Widerstand der Opposition wurde schon im Keim erstickt.
KERBHOLZ - etwas auf dem Kerbholz haben
Etwas verbrochen haben:
Da der Angeklagte schon einiges auf dem Kerbholz hatte, wurde er
zu einer längeren Strafe verurteilt.
KIND - sich heb Kind bei j-m machen
Sich bei j-m einschmeicheln (um dadurch Vorteile zu erlangen):
Er versteht es, sich beim Chef lieb Kind zu machen.
- wir werden das Kind schon schaukeln (stärker fam)
Wir werden die Angelegenheit schon in Ordnung fflkgen:
Mach dir wegen der Rüge des Chefs keine Sorgen, wir werden das
Kind schon schaukeln und mit ihm sprechen.
KINDERSCHUH - noch in den Kinderschuhen stecken
Noch in den Anfängen sein:
Ich kann darüber noch kein endgültiges Urteil abgeben, die ganze
Sache steckt noch in den Kinderschuhen.
KIRCHE - die Kirche im Dorf lassen
Nicht übertreiben, vernünftig und maßvoll handeln:
Ich glaube, wir sollten auf der Sitzung keine zu hohen Forderungen
stellen, sondern die Kirche im Dorf lassen.
KIRCHENMAUS - arm wie eine Kirchenmaus sein
Sehr arm sein:
Sie ist immer schick gekleidet, dabei ist sie arm wie eine Kirchenmaus.
KIRSCHEN - mit ihm ist nicht gut Kirschen essen
Mit ihm kann man nicht gut auskommen:
Es ist schon besser, ihm den Gefallen zu tun; denn du weißt, mit großen
Herren ist nicht gut Kirschen essen.
KLAPPE - die Klappe halten (starker Ausdruck)
Den Mund halten, still sein:
Halt doch wenigstens während der Ansprache die Klappe.
- er hat eine große Klappe (starker Ausdruck)
Er prahlt viel, er ist vorlaut:
Je weniger jemand zu sagen hat, eine um so größere Klappe hat er.
KLAPPEN - es wird schon klappen
Es wird schon gelingen:
Ich habe mich um eine Stelle beworben, und ich hoffe, daß es klappen
wird.
- zum Klappen kommen
Zur Entscheidung kommen:
Ich hoffe, daß auf der nächsten Sitzung die Sache zum Klappen
kommt.
KLAPS - er hat einen Klaps
Er ist geistig nicht ganz normal:
Wenn man ihn so reden hört, kann man meinen, er hat einen Klaps.
KLAR - j-m klaren Wein einschenken
J-m etwas ganz offen sagen:
Es hat keinen Zweck, ihm Hoffnungen zu machen; wir wollen ihm
lieber klaren Wein einschenken.
- das ist doch klar (wie Kloßbrühe)
Das ist doch selbstverständlich:
Das ist doch klar (wie Kloßbrühe), daß ich mir diesen Film ansehe.
KLEBEN - j-m eine kleben (starker Ausdruck)
J-m eine Ohrfeige geben:
Für seine freche Antwort habe ich ihm eine geklebt.
KLEE- j-n über den grünen Klee loben
J-n übermäßig loben:
Dieser Film muß wirklich großartig sein. Mein Freund hat ihn über
den grünen Klee gelobt.
KLEIN - ganz klein (und häßlich) werden
Seinen Widerstand aufgeben:
Sobald inan ihm energisch entgegentritt, wird er ganz klein (und
häßlich).
- klein beigeben
Nachgeben, sich fügen:
Es blieb uns nichts anderes übrig, als klein beizugeben.
- etwas Kleines bekommen (erwarten)
Ein Kind bekommen (erwarten):
Hast du schon gehört, daß Eva etwas Kleines bekommt (erwartet)?
KLEINKRIEGEN - j-n kleinkriegen
J-n gefügig machen:
Es war nicht leicht, unseren Gegner kleinzukriegen.
KLEINVIEH - Kleinvieh macht auch Mist
Viele kleine Gewinne sind auch ein Erfolg:
An den Postkarten verdient der Händler nicht viel, aber Kleinvieh
macht auch Mist.
KLIPP - klipp und klar
1. völlig klar:
Gestern habe ich die Sache noch nicht so übersehen können, aber
heute ist mir alles klipp und klar.
2. Offen, ganz ehrlich:
Es bleibt uns nichts anderes übrig, als ihm klipp und klar unsere Ansicht
zu sagen.
KLOTZ - ein Klotz am Bein sein
Ein Hemmnis sein:
Seine Familie ist ihm ein Klotz am Bein.
KLUG - aus einer Sache (nicht) klug werden
Eine Sache (nicht) verstehen:
Die Paragraphen des Versicherungsvertrages sind derart kompliziert
abgefaßt, daß es für unsereinen schwer ist, daraus klug zu werden.
KNACKER - er ist ein alter Knacker
Er ist ein alter, gebrechlicher Mensch:
Du kannst von ihm keine sportlichen Höchstleistungen mehr erwarten,
er ist doch schon ein alter Knacker.
Seine Familie ist ihm ein Klotz am Bein.
KNACKS - einen Knacks bekommen
Einen (dauernden gesundheitlichen) Schaden erleiden:
Durch seinen Autounfall hat er einen Knacks bekommen.
KNALL - Knall und Fall
Sofort, ohne weiteres:
Als seine Unterschlagungen bekannt wurden, wurde er Knall und
Fall entlassen.
- einen Knall haben (starker Ausdruck)
Verrückt sein:
Die hat ja 'n Knall. Sie bildet sich ein, eine ausgezeichnete Figur zu
haben und will unbedingt Mannequin werden.
KNALLEN - j-m eine knallen (starker Ausdruck)
J-m eine Ohrfeige geben:
Er hat mich so geärgert, daß ich ihm unversehens eine knallte.
KNICKEN - ganz geknickt sein
Ganz niedergeschlagen, enttäuscht sein:
Er ist ganz geknickt; alle seine Hoffnungen haben sich zerschlagen.
KNIE - j-n in die Knie zwingen
J-n überwinden:
Nach hartem Kampf zwang er seinen Gegner in die Knie.
- etwas übers Knie brechen
In einer Sache zu eilig handeln:
Die Angelegenheit ist viel zu wichtig, als daß wir sie übers Knie brechen
dürfen.
- j-n übers Knie legen
J-n schlagen:
Für die schlechte Zensur legte der Vater seinen Sohn übers Knie.
KNÜPPEL - j-m (einen) Knüppel zwischen die Beine werfen
J-m Schwierigkeiten machen:
Wie kann ich denn im Beruf Erfolg haben, wenn man mir dauernd
Knüppel zwischen die Beine wirft.
jemandem Knüppel zwischen die Beine werfen
KOCHEN - hier wird auch nur mit Wasser gekocht
Hier kann auch nichts Unmögliches getan werden:
Warum sollten wir das Spiel nicht gewinnen? Die anderen kochen
auch nur mit Wasser. Wk
- es kocht in mir oder bei mir kocht's
Ich bin überaus wütend:
Wenn ich an diesen unverschämten Kerl nur denke, kocht's bei mir.
KOHL - alten Kohl wieder aufwärmen
Eine längst vergessene Sache wieder zur Sprache bringen:
Er hat seinen Fehler eingesehen und sich gebessert. Wozu immer
wieder diesen alten Kohl aufwärmen?
- Kohl reden
Unsinn reden:
Du hast wirklich nichts versäumt. HerrX. hat wieder seinen üblichen
Kohl geredet.
KOHLDAMPF - Kohldampf haben oder schieben
Hungern, großen Hunger haben:
Im Kriege mußten wir oft Kohldampf schieben.
KOHLE - wie auf (glühenden) Kohlen sitzen
In einer unangenehmen Lage sein, ungeduldig sein:
Der Vortrag dauerte viel zu lange, ich saß wie auf (glühenden) Kohlen,
denn ich mußte noch den letzten Bus kriegen.
KOMMEN - wie kommt er darauf?
Welche Gedanken haben ihn dazu gebracht?:
Wie kommt er nur darauf, daß ich seine Pläne durchkreuzt hätte?
- das kommt auf eins (he) raus
Das ist gleich:
Das kommt auf eins (he)raus, ob du mit dem Zug oder mit dem Autobus
fährst.
- um sein Geld kommen
Sein Geld verlieren:
Durch seine Wettleidenschaft ist er um sein ganzes Geld gekommen.
- das kommt davon
Das ist der Grund, da hast du es:
Ich habe dir schon so oft gesagt, du sollst fremden Menschen kein
Vertrauen schenken. Jetzt hast du das Geld verloren. Das kommt
davon!
- wie komme ich dazu?
Warum soll gerade ich das machen?:
Ich denke gär nicht daran, das Zimmer in Ordnung zu bringen. Wie
komme ich dazu?
- wieder zu sich kommen
Das Bewußtsein wiedererlangen:
Nach kurzer Bewußtlosigkeit kam er wieder zu sich.
- das durfte nicht kommen
Das hätte nicht geschehen dürfen:
Das durfte nicht kommen! Jetzt sind alle meine Urlaubspläne zum
Teufel.
- ich lasse auf ihn nichts kommen
Ich verteidige ihn, ich nehme ihn in Schutz:
Ich kenne ihn schon seit langem als einen anständigen Kerl und lasse
auf ihn nichts kommen.
KONZEPT - aus dem Konzept bringen (kommen)
In Verwirrung bringen (geraten), vom Thema abbringen (abkommen):
Durch ständige Zurufe wurde der Redner aus dem Konzept gebracht.
— Der Redner hatte sich nicht genug vorbereitet und kam
dauernd aus dem Konzept.
KOPF - j-m etwas auf den Kopf zusagen
J-m etwas direkt, ohne Umschweife sagen:
Als der Richter ihm sein Vergehen auf den Kopf zusagte, ließ sich der
Angeklagte zu einem Geständnis herbei.
- etwas will mir nicht aus dem Kopf
Ich muß immer an etwas denken:
Seine Abschiedsworte wollen mir nicht aus dem Kopf.
- sich etwas in den Kopf setzen
Einen Plan unbedingt durchführen wollen:
Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, läßt er sich durch nichts
davon abbringen.
- sich den Kopf zerbrechen oder zermartern
Angestrengt nachdenken:
Wir haben uns lange genug den Kopf zerbrochen, um des Rätsels
Lösung zu finden.
- j-m den Kopf waschen
J-m gründlich die Meinung sagen:
Wegen seines ungebührlichen Verhaltens wurde ihm von seinem
Vorgesetzten der Kopf gewaschen.
- ich wußte vor lauter Arbeit nicht, wo mir der Kopf stand
Ich hatte so viel Arbeit, daß ich ganz verwirrt wurde:
Ich habe einige turbulente Wochen hinter mir; ich wußte vor lauter
Arbeit oft nicht, wo mir der Kopf stand.
- den Kopf verlieren
Mutlos werden:
Selbst in der größten Gefahr darf man nicht den Kopf verlieren.
- seinen Kopf durchsetzen
Seinen iWillen erzwingen:
Du mußt auch auf andere Rücksicht nehmen und nicht versuchen,
um jeden Preis deinen Kopf durchzusetzen.
- seinen Kopf für sich haben
Eigenwillig sein:
Kinder haben gern ihren Kopf für sich.
- j-m den Kopf zurechtsetzen
J-m die Meinung sagen, um ihn wieder zur Vernunft zu bringen:
Dem jungen Burschen wurde von seinem Vater der Kopf wieder zurechtgesetzt.
- den Kopf voll haben
An viele Dinge denken müssen, Sorgen haben:
Woran soll ich noch denken! Ich habe den Kopf schon so voll.
- es geht um Kopf und Kragen oder es kann Kopf und Kragen
kosten oder Kopf und Kragen riskieren.
Man riskiert dabei sein Leben oder seine Stellung:
Bei dem Strafprozeß geht es den Beschuldigten um Kopf und Kragen.
- Bestechungen im Amt können schnell Kopf und Kragen kosten.
Es lohnt sich nicht, Kopf und Kragen zu riskieren
- und wenn du dich auf den Kopf stellst
Und wenn du dich noch so sehr bemühst:
Ich erlaube dir nicht, dorthin zu gehen, und wenn du dich auf den
Kopf stellst.
- alles auf den Kopf stellen
Alles durcheinanderbringen, große Unruhe verbreiten:
Beim Frühjahrsputz stellt meine Frau das ganze Haus auf den Kopf.
- nicht auf den Kopf gefallen sein
Nicht dumm sein:
Ich kann gar nicht verstehen, daß er sich in dieser Situation so ungeschickt
benommen hat, er ist doch sonst nicht auf den Kopf gefallen.
- sich etwas durch den Kopf gehen lassen
Sich etwas überlegen, etwas durchdenken:
Ich werde mir Ihren Vorschlag durch den Kopf gehen lassen.
- was man nicht im Kopf hat, muß man in den Beinen haben
Wenn man etwas vergißt, muß man zweimal gehen:
'Bäh Frühjahrsputz stellt meine Frau das ganze Haus auf den Kopf.
Jetzt habe ich meine Tasche vergessen und muß noch einmal nach
Hause; ja, was man nicht im Kopf hat, muß man eben in den Beinen
haben.
- mit dem Kopf oder Schädel durch die Wand wollen oder mit
dem Kopf gegen die Wand rennen
Starrköpfig sein, etwas Unmögliches erzwingen wollen:
Es ist nicht anzunehmen, daß er nachgibt; er will doch immer mit
dem Kopf durch die Wand.
- den Eltem über den Kopf wachsen
Den Eltern nicht mehr gehorchen:
Als Kind ließ ntan ihm immer seinen Willen, und so kam es, daß er
seinen Eltern sehr bald über den Kopf wuchs.
- die Hände über dem Kopf zusammenschlagen
Vor Überraschung oder Verzweiflung ratlos sein:
Als er die Nachricht hörte, schlug er die Hände über dem Kopf zusammen.
- j-n vor den Kopf stoßen
J-n kränken, gegen j-n undankbar sein:
Ich habe es immer gut mit ihm gemeint, und jetzt, da ich seine Hilfe
brauche, stößt er mich vor den Kopf.
- wie vor den Kopf geschlagen sein
Ganz benommen sein, völlig überrascht oder erschüttert sein:
Als ich vom Tode meines Freundes hörte, war ich wie vor den Kopf
geschlagen.
KOPFZERBRECHEN - Kopfzerbrechen machen
Viel Mühe machen, viel Nachdenken verursachen:
Die Lösung dieser Aufgabe hat mir viel Kopfzerbrechen gemacht.
KORB - einen Korb bekommen
Von einem Mädchen abgewiesen werden:
Er machte dem Mädchen einen Heiratsantrag, bekam aber von ihm
einen Korb.
KORN - etwas (j-n) aufs Kom nehmen
1. Eine Sache (j-n) mit Worten scharf angreifen:
In der letzten Rede hat er wieder seine alten Gegner aufs Korn genommen.
2. Etwas (j-n) scharf beobachten:
Die Polizei wird den Verdächtigen jetzt tüchtig aufs Korn nehmen.
KOSTEN - den Kopf oder Hals wird's nicht kosten
Es wird nicht so schlimm werden:
Wenn man etwas Unrechtes getan hat, soll man es auch zugeben.
Man erleichtert dadurch sein Gewissen, und den Kopf wird's nicht
kosten.
- auf seine Kosten kommen
Zufrieden sein:
Auf dem letzten Betriebsfest dürfte wohl jeder auf seine Kosten gekommen
sein.
KRACH - Krach schlagen
Laut schimpfen:
Wegen dieser Schlamperei in der Firma hat er einen Riesenkrach ge-
'Schlagen1.
- Krach mit j-m haben
Streit mit j-m haben:
Weil sie so spät nach Hause kam, hatte sie mit ihren Eltern großen
Krach.
KRAGEN - mir platzt der Kragen (starker Ausdruck)
Ich habe Wut:
Wenn du weiter so spät nach Hause kommst, platzt mir wirklich
einmal der Kragen.
KRAM - j-m den Kram vor die Füße werfen (starker Ausdruck)
J-m die weitere Mitarbeit versagen:
Am liebsten würde ich ihm den ganzen Kram vor die Füße werfen,
denn ich möchte nicht dauernd von ihm kritisiert werden.
KRANK - sich krank lachen
Sehr viel lachen:
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Der Film war lustig, ich habe mich fast krank gelacht.
KRAUT - wie Kraut und Rüben
Wirr durcheinander:
Auf seinem Schreibtisch liegt alles wie Kraut und Rüben herum.
KREIDE - bei j-m in der Kreide stehen
Bei j-m Schulden haben:
Wir stehen beim Kaufmann noch mit 50 Mark in der Kreide.
KREIS - weite Kreise ziehen
Großen Umfang annehmen:
Anfangs ahnte niemand, daß dieser Skandal so weite Kreise ziehen
würde.
- sich im Kreise drehen
Immer auf das gleiche Ergebnis hinauskommen:
Was man auch tut, die Politik dreht sich im Kreise.
KREUZ - j-n aufs Kreuz legen
J-n betrügen:
Der Händler hat mich mit diesem Gebrauchtwagen gehörig aufs
Kreuz gelegt.
- drei Kreuze hinter jemandem (etwas) machen
Glücklich sein, wenn jemand fort ist (wenn etwas überstanden ist):
Wenn sie endlich fort sind, werde ich drei Kreuze hinter ihnen machen.
— Wenn ich diese Prüfung hinter mir habe, mache ich aber drei
Kreuze.
KRIEGEN - du kriegst es mit mir zu tun
Ich werde dir meine Meinung sagen:
Wenn du weiterhin so ungezogen bist, wirst du es mit mir zu tun kriegen.
KRIEGSBEIL - das Kriegsbeil begraben
Den Streit beenden:
Nachdem sie sich jahrelang gestritten hatten, begruben sie jetzt endlich
das Kriegsbeil.
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das Kriegsbeil begraben
KRIEGSBEMALUNG - in voller Kriegsbemalung
Mit allen Orden und Ehrenzeichen:
Alle Minister und Botschafter sind zum Staatsempfang in voller
Kriegsbemalung erschienen.
KRIEGSFUSS - mit j-m auf dem Kriegsfuß stehen
Sich ständig mit j-m streiten:
Er war noch nicht lange im Betrieb, da stand er schon mit allen auf
dem Kriegsfuß.
KRITIK - unter aller Kritik
Sehr schlecht:
Sein Benehmen ist unter aller Kritik.
KRONE - das setzt allem die Krone auf
Das ist die Höhe, das ist der Gipfel der Frechheit:
Seit Wochen kommt er unpünktlich zum Dienst, und heute verlangt
er eine Lohnerhöhung—das setzt doch wirklich allem die Krone auf.
- einen in der Krone haben
Betrunken sein:
Nach seiner Lohnauszahlung am Wochenende hat er immer einen in
der Krone.
KRUMMNEHMEN - etwas krummnehmen
Etwas übelnehmen:
Du darfst es nicht krummnehmen, wenn ich dich auf einen Fehler
aufmerksam mache.
KÜCHE - in Teufels Küche kommen oder geraten
In eine schlimme oder unangenehme Lage kommen:
Ich werde es mir noch sehr überlegen, ob ich das tue. Ich habe keine
Lust, damit in Teufels Küche zu kommen.
KUCKUCK - geh zum Kuckuck oder scher dich zum Kuckuck
oder hol dich der Kuckuck!
Mach, daß du wegkommst!:
Scher dich zum Kuckuck mit deinen dauernden Wünschen! Ich muß
jetzt arbeiten und habe keine Zeit!
- das weiß der Kuckuck
Das möchte ich wissen, das weiß niemand:
Wer diesen anonymen Brief geschrieben hat, das weiß der Kuckuck.
- das Geld ist zum Kuckuck
Das Geld ist verloren:
Durch seinen Leichtsinn war sein ganzes Geld bald zum Kuckuck.
KUHHAUT - das geht auf keine Kuhhaut (starker Ausdruck)
Das ist unerhört, das übersteigt alles:
Der Chef hatte sehr große Geduld mit ihm; denn was er falsch gemacht
hat, ging schon auf keine Kuhhaut mehr.
KULISSE - hinter die Kulissen sehen
Die Hintergründe einer Sache kennenlernen:
Ob es ihm wirklich so gut geht, wie er sagt, weiß ich nicht. Man kann
ja nicht hinter die Kulissen sehen.
KURZ - über kurz oder lang oder über lang oder kurz
In Kürze, in kurzer Zeit:
Über kurz oder lang wird es sich ja zeigen, wer recht hat.
- um es kurz zu machen
Etwas abkürzen, ohne noch auf Einzelheiten einzugehen:
Um es kurz zu machen: Nennen Sie uns Ihre Bedingungen!
- kurz und gut
Schließlich:
Kurz und gut, ihm wurde nach der Auseinandersetzung mit dem
Personalchef sofort gekündigt.
- alles kurz und klein schlagen
Alles zerstören:
In seiner Wut schlug er alles kurz und klein.
- zu kurz kommen
Benachteiligt werden:
Wir wollen den Gewinn gleichmäßig verteilen, so daß niemand zu
kurz kommt.
- kurz angebunden sein
Abweisend sein, unfreundlich sein, wortkarg sein:
Ich fragte den Beamten nach den Zügen. Er war aber sehr kurz angebunden
und verwies mich auf den Fahrplan.
KUSSHAND - etwas mit Kußhand nehmen
Etwas sehr gern nehmen:
Du hast eine Karte für die Oper übrig? Die nehme ich mit Kußhand.

 

 

 

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