GALLE - mir läuft die Galle über
Ich werde sehr zornig:
Wenn ich höre, wie häßlich er über seinen Bekannten spricht und wie
freundlich er tut, wenn er ihm begegnet, läuft mir die Galle über.
- Gift und Galle spucken
Sehr zornig sein:
Mit diesem Mann kann man nicht verhandeln. Wenn dem etwas
nicht paßt, spuckt er gleich Gift und Galle.
GANG - gang und gäbe sein
Gebräuchlich, üblich sein;
In Bayern ist es gang und gäbe, sich gegenseitig mit,, Grüß Gott" zu
begrüßen.
GÄNGELBAND - j-n am Gängelband haben oder führen
J-n nicht selbständig handeln lassen:
Als erwachsener Mensch verträgt man es nicht, immer am Gängelband
gefuhrt zu werden.
GÄNSEHAUT - eine Gänsehaut bekommen
Vor Kälte, Aufregung oder Furcht schauern:
Wenn man länger in dem kalten Zimmer sitzt, bekommt man eine
Gänsehaut.
GARDINE - hinter schwedischen Gardinen
Im Gefängnis:
Wer wiederholt mehrere Jahre hinter schwedischen Gardinen verbracht
hat, wird kaum mehr den Weg ins bürgerliche Leben zurückfinden.
GARN - j-m ins Garn gehen
Sich überlisten lassen:
Er ist ein sehr schlauer Geschäftsmann und geht niemandem so
leicht ins Garn.
GEBEN - etwas auf eine Person (Sache) geben
Eine gute Meinung von einer Person (Sache) haben:
Er gibt viel auf das, was du sagst.
- zum besten geben
1. Spendieren, (für andere) bezahlen:
Gestern abend besuchten mich meine Freunde, und ich habe eine
gute Flasche Wein zum besten gegeben.
2. Vortragen, erzählen:
Die Unterhaltung wurde sehr lustig; jeder von uns gab einen Witz
zum besten.
- seinen Segen geben
(Nach längerem Zögern) seine Zustimmung geben, einverstanden
sein:
Zuerst wollte er dem Plan nicht zustimmen, aber dann gab er doch
seinen Segen dazu.
- seinen Senf dazugeben (starker Ausdruck)
Seine unwichtige Meinung sagen:
Er kann keinen Augenblick still sein und zuhören. Immer muß er
seinen Senf dazugeben.
GEBET - j-n ins Gebet nehmen
J-m ins Gewissen reden, eindringlich und ermahnend mit j-m sprechen:
Nachdem der Sohn wieder ein schlechtes Zeugnis aus der Schule
mitgebracht hatte, nahm ihn sein Vater gehörig ins Gebet.
GEDANKE - sich Gedanken machen
Sich Sorgen machen:
Mach dir doch keine Gedanken darüber, wenn ich einmal später
nach Hause komme, was soll mir denn schon passieren?
- seine Gedanken beisammen haben
Sich konzentrieren:
Bei der Prüfung mußt du deine Gedanken beisammen haben, sonst
fällst du durch.
GEDEIH - auf Gedeih und Verderb
Für gute und schlechte Zeiten, im Glück und Unglück:
Bevor man sich entschließt zu heiraten, muß man sich darüber klar
sein, daß man mit seinem Partner auf Gedeih und Verderb verbunden
ist.
GEDULD - mir reißt die Geduld
Meine Geduld ist zu Ende:
Lange hatte ich mir die Vorwürfe angehört, dann riß mir aber die
Geduld, und ich sagte gehörig meine Meinung.
GEFALLEN - das lasse ich mir gefallen
So gut möchte ich es auch haben:
Erika hat von ihrem Mann einen herrlichen Pelzmantel bekommen,
das lasse ich mir auch gefallen.
GEFASST - sich auf etwas gefaßt machen
Mit etwas sehr Unangenehmem rechnen:
Wenn Sie morgen wieder zu spät ins Geschäft kommen, können Sie
sich auf einen Krach mit dem Chef gefaßt machen.
GEHEN - drunter und drüber gehen
Großes Durcheinander sein: <•
Bitte besuchen Sie mich nicht! Wir sind gerade erst umgezogen, und
in unserer Wohnung geht noch alles drunter und drüber.
- in sich gehen
Sich moralisch bessern, etwas bereuen:
Beschuldige nicht immer andere Leute! Du solltest selbst mal in dich
gehen.
- sich gehenlassen
Nachlässig sein, sich nicht unter Kontrolle haben:
Sie sollte sich besser anziehen und mehr auf ihr Äußeres achten.
Wenn man im Beruf steht, darf man sich nicht so gehenlässen.
- j-m an den Kragen (ans Leben) gehen
In große Gefahr (Lebensgefahr) kommen, in eine sehr unangenehme
Situation geraten:
Wenn die Polizei jetzt den Dieb erwischt, geht es ihm aber an den
Kragen. - Auch die Mutigsten werden schwach, wenn es ihnen ans
Leben geht.
- wie geht's, wie steht's?
Wie geht es?
Wie gehfs,wie stehfs, Herr Kollege? Wir haben uns lange nicht
mehr gesehen.
- j-m gegen den Strich gehen
Gegen j-s Überzeugung sein, gegen j-s Natur sein, j-m sehr unangenehm
sein:
Es geht mir gegen den Strich, meinen Vorgesetzten zu schmeicheln.
GEHEUER - nicht geheuer sein
1. Nicht sicher sein, verdächtig sein:
Er hat mir ein gutes Geschäft in Aussicht gestellt. Aber die ganze Sache
ist mir nicht ganz geheuer.
2. Unheimlich sein:
In dem alten Schloß ist es nicht ganz geheuer. Man sagt, um Mitternacht
gingen dort merkwürdige Gestalten um.
GEHUPFT, GEHÜPFT - gehupft wie gesprungen
Ganz gleich:
Man kann mit dem Zug oder mit dem Autobus nach Garmisch fahren,
das ist gehupft, wie gesprungen.
GEIGE - die erste Geige spielen
Die wichtigste Persönlichkeit sein:
Es ist schwer, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er will immer die erste
Geige spielen und sich in den Vordergrund drängen.
Er will immer die erste Geige spielen und sich in den Vordergrund drängen.
- die zweite Geige spielen
Eine untergeordnete Rolle spielen:
'Der Juniorchef hat sich aus dem Familienbetrieb zurückgezogen, da
er nicht zeit seines Lebens die zweite Geige spielen will.
GEIST - ich weiß, wes Geistes Kind er ist
Ich kenne seine Geisteshaltung, seine Gesinnung; ich weiß, was ich
von ihm zu erwarten habe:
Der Direktor unterhält sich lange mit jedem Bewerber, um zu erkunden,
wes Geistes Kind er ist.
- von allen guten Geistern verlassen sein *•
Alle Vernunft verloren haben:
Als er diesen Vertrag unterschrieb, war er wohl von allen guten Geistern
verlassen.
GELADEN - geladen sein (starker Ausdruck)
Sehr ärgerlich sein (so daß man bei dem geringsten Anlaß aufbraust):
Heute bin ich aber geladen; zweimal ist mir heute der Bus vor der
Nase weggefahren.
GELD - es geht oder läuft ins Geld
Es wird auf die Dauer teuer:
Wenn ich täglich auch nur eine Mark für Fahrgeld ausgeben muß, so
geht das doch ins Geld.
- mit Geld um sich werfen oder schmeißen, das Geld mit vollen
Händen ausgeben
Verschwenderisch sein:
Seitdem er in der Lotterie gewonnen hat, wirft er mit dem Geld nur so
um sich.
- das Geld zum Fenster hinauswerfen
Siehe FENSTER.
- Geld wie Heu haben
Sehr reich sein:
Mein Freund kennt Leute, die haben Geld wie Heu.
GELIEFERT - geliefert sein
Siehe LIEFERN.
GEMÜT - sich etwas zu Gemüte führen
Siehe FÜHREN.
GEMÜTLICHKEIT - da hört aber die Gemütlichkeit auf
Das ist entschieden zuviel, das ist unerhört:
Außer einer erheblichen Lohnerhöhung wollen die Arbeiter auch
noch eine verkürzte Arbeitszeit.
Da hört aber die Gemütlichkeit auf.
GENEHMIGEN - (sich) einen genehmigen
Ein Glas (Alkohol) trinken:
Bevor ich jetzt nach Hause gehe, will ich (mir) noch schnell einen genehmigen.
GENICK - j-m das Genick brechen
1. J-n umbringen, j-n töten:
Wenn du nicht aufhörst, derartige Lügengeschichten über mich zu
verbreiten, breche ich dir doch noch mal das Genick.
2. J-n zugrunde richten, ruinieren, j-m seine Stellung, seinen Ruf
nehmen:
Ich glaube nicht, daß X. in unserer Firma lange weiterbeschäftigt
wird. Seine Unzuverlässigkeit wird ihm wohl doch das Genick brechen.
GERÄDERT - wie gerädert sein
Sehr müde, erschöpft sein:
Ich bin heute nacht erst um 3 Uhr nach Hause gekommen. Jetzt fühle
ich mich wie gerädert.
GERADESTEHEN - für etwas geradestehen
Die Verantwortung für etwas übernehmen, für etwas bürgen:
Fräulein E. wird diese Arbeit zu Ihrer Zufriedenheit erledigen, dafür
stehe ich gerade.
GERATEWOHL - aufs Geratewohl
Ohne bestimmten Plan, ohne vorhergehende genaue Überlegung:
Rufen Sie ihn vorher an! Vielleicht ist er nicht zu Hause. Ich würde
jedenfalls nicht so aufs Geratewohl zu ihm gehen. — In den kommenden
Ferien wollen wir aufs Geratewohl nach Italien fahren.
GERECHT - einer Sache gerecht werden
Etwas so erledigen, wie es sein muß:
Der neue Direktor wird seiner Aufgabe nicht gerecht; er hat überall
Schwierigkeiten.
- in allen Sätteln gerecht sein
Jede Lage meistern können:
Jede Aufgabe, die man ihm überträgt, führt er zur größten Zufriedenheit
aus; die Arbeit am Schreibtisch erledigt er ebensogut ffie die
Verhandlungen mit Geschäftsleuten. Er ist in allen Sätteln gerecht.
GERN - er kann mich gem haben (starker Ausdruck)
Ich will nichts mehr mit ihm zu tun haben:
Heute ist er wieder nicht gekommen; seit drei Tagen läßt er mich
warten! Nun kann er mich aber gem haben.
GESCHICHTE - eine schöne Geschichte
Nichts Gutes, etwas recht Unangenehmes:
Wie konntest du nur deine Wagenschlüssel verlieren? Das ist ja eine
schöne Geschichte!
- Geschichten machen
Schwierigkeiten machen:
Mach keine Geschichten! Geh nicht zur Polizei! Die ganze Sache
war doch harmlos.
GESCHMACK - an etwas Geschmack finden
An etwas Gefallen finden:
Zuerst hat mir die Arbeit hier gar nicht gefallen. Allmählich habe ich
aber doch Geschmack daran gefunden.
— auf den Geschmack kommen
Das Angenehme entdecken:
Er hat nie tanzen wollen; aber jetzt ist er auf den Geschmack gekommen.
Jetzt will er sogar Tanzstunden nehmen.
GESCHMIERT - wie geschmiert
Sehr gut:
Heute habe ich das Gedicht auswendig gelernt. Es geht wie geschmiert.
GESCHÜTZ - schweres Geschütz auffahren
Zu starke Argumente gebrauchen, eine zu starke Gegenaktion einleiten:
Wegen eines harmlosen Zwischenrufes wurde er von der Versammlung
ausgeschlossen. So ein schweres Geschütz hätte man nicht aufzufahren
brauchen.
GESICHT - j-m etwas ins Gesicht sagen oder schleudern
J-m etwas Unangenehmes direkt sagen, j-m schonungslos die
Wahrheit sagen:
Sie war so wütend, daß sie ihm alle möglichen Beleidigungen ins Gesicht
sagte.
Den äußeren Schein wahren, behalten:
Er ist in große finanzielle Schwierigkeiten geraten; trotzdem fährt er
immer noch seinen großen Wagen und behält seine teure Wohnung.
Er will nach außen hin unter allen Umständen sein Gesicht wahren.
GESPENST - Gespenster sehen
Gefahren, Schwierigkeiten sehen, wo keine sind:
Warum mußt du überall Gespenster sehen? Hier gibt es bestimmt
keine Einbrecher.
GESTERN - nicht von gestern sein
Klug, erfahren sein:
Ich weiß schon, wie man müden Problemen fertig wird. Ich bin doch
nicht von gestern.
GESUND - sich gesund machen oder stoßen
Einen guten Gewinn erzielen; seinem Geldmangel abhelfen:
Bei seinem Handel mit Rohprodukten hat er sich ganz schön gesund
gestoßen. — Durch seine Heirat mit der Tochter seines Konkurrenten
hat er sich gesund gemacht.
GEWALT - in j-s Gewalt stehen
Von j-m abhängen:
HerrP. bat den Bürovorsteher um Lohnerhöhung. Der erklärte, das
stehe nicht in seiner Gewalt, und verwies ihn an den Direktor.
— sich in der Gewalt haben
Sich beherrschen:
Die Nachricht hat mich sehr erschreckt, aber ich hatte mich in der
Gewalt und ließ mir nichts anmerken.
- mit Gewalt
Sehr schnell: .
In den letzten Nächten war es schon ziemlich kalt. Ich glaub*, jetzt
wird es mit Gewalt Winter.
GEWICHT - ins Gewicht fallen
Sehr wichtig sein, den Ausschlag geben:
Ich könnte noch manches zu dieser Sache sagen. Doch sind die Beschlüsse
darüber schon gefaßt, so daß meine Meinung nicht mehr ins
Gewicht fällt.
- Gewicht auf etwas legen
Etwas für sehr wichtig halten:
Unser Chef legt viel Gewicht auf Pünktlichkeit. Bitte, richten Sie sich
danach!
GEWINNEN - die Oberhand gewinnen
Der Sieger, der Bessere sein:
Bei den letzten Wahlen hat die Opposition die Oberhand über die
Regierungspartei gewonnen.
- gewonnenes Spiel haben
Alles erreicht haben:
Zuerst wollte der Vater ihm die Reise nicht bezahlen; aber als er seine
Prüfung so ausgezeichnet bestanden hatte, hatte er gewonnenes
Spiel.
GEWISSEN - j-n (etwas) auf dem Gewissen haben
Schuld haben (an dem großen Unglück, Untergang, Mißerfolg einer
Sache, auch dem Tod eines Menschen):
Frau B. ist an Blutvergiftung gestorben; ihr Arzt hat die Verletzung
nicht ernst genug genommen und hat sie nun auf dem Gewissen.
- j-m ins Gewissen reden
J-n eindringlich ermahnen und versuchen, ihn zu einer Änderung
zu bewegen:
Fritz hat in der Schule wieder so schlechte Noten bekommen. Ich
muß ihm jetzt einmal ins Gewissen reden.
- sich kein Gewissen daraus machen
Sich keine ernsthaften Gedanken darüber machen, etwas nicht als
schlecht empfinden:
Viele machen sich kein Gewissen daraus, andere Leute zu schädigen.
GEWISSENSBISSE - Gewissensbisse kriegen, sich Gewissensbisse
machen
Sich bewußt werden, etwas Unrechtes getan zu haben:
Er hat seinen Freund im Streit beleidigt. Jetzt hat er deswegen Gewissensbisse
gekriegt.
sich einen hinter die Binde gießen
GIESSEN - es gießt in Strömen
Es regnet sehr stark:
Bei unserem Ausflug goß es in Strömen.
- sich einen hinter die Binde oder auf die Lampe gießen.
Einen Schnaps trinken, Alkohol trinken:
Kommt doch mit ins Wirtshaus/ Wir gießen uns noch einen hinter
die Binde.
GIFT - Gift sein für j-n (etwas)
Sehr schlecht oder gefährlich sein für j-n (etwas):
Rauchen ist Gift für die Gesundheit.
- darauf kannst du Gift nehmen
Darauf kannst du dich unbedingt verlassen:
Wenn ich keine bessere Bezahlung bekomme, kündige ich meine
Stellung. Darauf kannst du Gift nehmen!
GLACEHANDSCHUH - j-n mit Glacehandschuhen anfassen *•
J-n sehr vorsichtig behandeln:
Sie ist wegen jeder Kleinigkeit beleidigt. Man darf sie nur mit Glacehandschuhen
anfassen.
GLÄNZEN - durch Abwesenheit glänzen (ironisch)
Abwesend sein:
Sind alle da? - Nein, Erika glänzt wieder einmal durch Abwesenheit.
GLAS - die Gläser klingen lassen
Vor dem Trinken mit den Gläsern anstoßen:
,,Brüder, laßt die Gläser klingen, denn der Muskateller Wein wird
vom langen Stehen sauer, ausgetrunken muß er sein." (H.Löns)
- zu tief ins Glas gucken oder schauen
Zuviel trinken:
Wenn du einmal zu tief ins Glas geguckt hast, kann man nichts mehr
mit dir anfangen.
GLATTEIS - j-n aufs Glatteis führen
J-n irreführen:
Der Professor führte den Studenten mit seinen Fragen nur aufs
Glatteis.
GLAUBEN - auf Treu und Glauben
Im Vertrauen auf die Anständigkeit des anderen:
Ich brauche keinen Schuldschein, ich leihe dir das Geld auf Treu und
Glauben.
- in gutem Glauben
Ohne Hintergedanken; in der Meinung, richtig zu handeln:
Er hat mich gebeten, ihm das Dokument zu geben. Ich gab es ihm in
gutem Glauben und konnte nicht wissen, daß er es mißbrauchen
würde.
- dran glauben müssen
1. Sterben müssen:
Der alte Mann war so rüstig und hatte noch viele Pläne; nun hat er
doch viel zu früh dran glauben müssen.
2. Der Benachteiligte sein:
Die Firma will einige Angestellte entlassen. Hoffentlich muß ich
nicht dran glauben.
GLEICH - Gleiches mit Gleichem vergelten oder j-m mit gleicher
Münze heimzahlen
J-m das gleiche (Gute oder Schlechte) tun, was er einem getan hat:
Selbst seinem Feind sollte man nicht mit gleicher Münze heimzahlen.
GLEIS - aufs tote Gleis geraten
Nicht mehr weiterkommen:
Die Verhandlungen sind jetzt endgültig aufs tote Gleis geraten.
- im alten Gleis
Wie vorher, wie gewohnt:
Jeder hat gehofft, daß die neue Regierung vieles besser machen würde,
aber jetzt ist doch alles wieder im alten Gleis.
GLIED - der Schreck fuhr ihm in alle Glieder
Er war sehr erschrocken:
Nach dem Zusammenstoß war dem Autofahrer der Schreck in alle
Glieder gefahren.
GLOCKE - etwas an die große Glocke hängen
Etwas allgemein bekanntmachen, ohne daß es notwendig gewesen
wäre:
Jedem erzählt sie, daß ihr Bruder im Gefängnis sitzt. So etwas sollte
sie doch nicht an die große Glocke hängen.
GLÜCK - sein Glück machen
Reich werden, Erfolg haben:
Zu Hause konnte er keine richtige Arbeit finden. Er wanderte nach
Amerika aus und machte dort sein Glück.
- etwas auf gut Glück tun
Etwas ohne Plan machen:
Wir sind auf gut Glück diese Straße gegangen, und tatsächlich sind
wir dorthin gekommen, wohin wir wollten.
- mehr Glück als Verstand «.
Außergewöhnliches Glück, unverdienter Erfolg:
Wenn Fritz bei der Prüfung nicht durchfällt, hat er mehr Glück als
Verstand.
GLÜCKLICH - er hat eine glückliche Hand
Ihm gelingt alles, er ist sehr geschickt:
In der Theorie versteht er zwar alles ausgezeichnet, aber in der Praxis
hat er keine glückliche Hand.
GNADE - auf Gnade und Ungnade
Bedingungslos:
Seitdem sie ihr Vermögen verloren hat, ist sie auf Gnade und Ungnade
von ihrem Bruder abhängig.
- Gnade vor Recht walten lassen
Nachsicht haben:
Wir werden Gnade vor Recht walten lassen und den Mann nicht bei
der Polizei anzeigen.
GOLD - nicht mit Gold zu bezahlen sein
Heutzutage ist ein Grundstück am See nicht mit Gold zu bezahlen.
GOLDWAAGE - jedes Wort auf die Goldwaage legen
Jedes Wort sehr genau nehmen, sehr empfindlich sein:
Du darfst nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Mein Freund
meint es nicht so, wie er es sagt.
GOTT - in Gottes Namen
Meinetwegen, etwas nur ungern oder nach langem Zögern gestattend:
Wenn du morgen durchaus meinen Wagen brauchst, nimm ihn dir in
Gottes Namen.
- um Gottes willen
1. Verstärkt die Verneinung:
Kauf dir doch um Gottes willen nicht diesen Mantel. Der Stoff taugt
nichts.
2. Ausruf des Erschreckens:
Sie wachte in der Nacht auf und sah einen Fremden in ihrem Zimmer.
„Um Gottes willen", dachte sie, „was mache ich jetzt?"
- leider Gottes
leider (verstärkt):
Leider Gottes gibt es noch sehr viel Elend auf der Welt.
- du bist wohl ganz von Gott verlassen!
(Ausruf des Entsetzens) Wie kannst du nur so etwas tun!:
Wie konntest du denn nur eine so beleidigende Bemerkung machen?
Du bist wohl ganz von Gott verlassen!
- wie Gott in Frankreich leben
Sehr gut und ohne Sorgen leben:
Auf dieser Insel ist es herrlich zu leben. Man hat ein gutes Unterkommen,
ausgezeichnetes Essen, nicht zu hohe Preise, man lebt
wirklich wie Gott in Frankreich.
GÖTTER - ein Bild für Götter (ironisch)
Ein herrliches, großartiges Bild:
Du mußt einmal Herrn M. sehen, wenn er, seinen Jüngsten auf dem
Rücken, durchs Zimmer krabbelt; das ist ein Bild für Götter!
- das wissen die Götter
Das weiß kein Mensch, niemand weiß es:
Wann er seine Schulden bezahlen wird, das wissen die Götter.
GRAB - sich selbst sein Grab schaufeln
Sich ruinieren:
Mit seinen geschäftlichen Manipulationen hat er sich selbst sein
Grab geschaufelt.
- sich im Grabe (her)umdrehen
Sehr empört sein (von Verstorbenen gesagt):
Mein Großvater würde sich im Grabe (her)umdrehen, wenn er wüßte,
daß wir sein Haus verkauft haben.
GRANIT - auf Granit beißen
Auf unbedingten Widerstand stoßen:
Wenn du meinst, du könntest mir deinen Willen aufzwingen, dann
beißt du bei mir auf Granit.
GRAS - es ist Gras darüber gewachsen
Es ist vergessen:
Vor vielen Jahren wurde er einmal wegen eines kleineren Vergehens
bestraft, aber über diese Sache ist längst Gras gewachsen.
- das Gras wachsen hören
Allzu klug sein wollen:
Der Inhaber der Firma X. hat unsere Fabrik besichtigt, und Fritz
sagt, er habe gehört, daß die Firma X. unsere Fabrik übernehmen
will. Der hat sicher wieder einmal das Gras wachsen hören.
GRAU - sich keine grauen Haare wachsen lassen
Sich keine Sorgen machen:
Wenn Kinder gelegentlich gegenüber ihren Eltern aufbegehren, sollten
sich die Eltern darüber keine grauen Haare wachsen lassen.
GREIFEN - etwas aus der Luft greifen
Etwas frei erfinden:
Alles, was er gegen mich vorbrachte, war völlig aus der Luft gegriffen.
- zu hoch greifen
Zu hoch schätzen:
Es ist nicht zu hoch gegriffen, wenn die Zahl der ausländischen Studenten
in München mit 4000 angegeben wird.
GRENZE - keine Grenzen kennen
Unbeherrscht sein:
Wenn er sich über etwas ärgert, kennt sein Zorn keine Grenzen.
GRIFF - einen guten Griff tun
Eine gute Wahl treffen:
Mit der Einstellung von Herrn W. haben wir einen guten Griff getan.
- etwas im Griff haben
Etwas gefühlsmäßig richtig machen:
Wenn man eine Arbeit erst einmal im Griff hat, fällt sie einem leichter.
Bei Fritz fällt der Groschen spät.
GROB - aus dem Gröbsten heraus sein
Den tiefsten Punkt, die größten Schwierigkeiten überwunden haben:
Nach dem Tod ihres Mannes war es für die Frau sehr schwer, den
Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu verdienen. Jetzt stehen
die beiden Ä Itesten aber schon im Beruf, und die Familie ist aus dem
Gröbsten heraus.
GROSCHEN - der Groschen ist gefallen
Er, sie hat es verstanden (Groschen = Zehn-Pfennig-Stück; hergeleitet
vom Automatenmechanismus, der in Funktion tritt, sobald
das Geldstück gefallen ist):
Bis Fritz einen Witz versteht, dauert es lange. Bei ihm fällt der Groschen
spät.
GROSS - groß sein in etwas
Etwas besonders gut können:
Im Lügen ist sie groß.
- im großen und ganzen
Im allgemeinen:
Man wird natürlich manches gegen das Buch sagen können, im großen
und ganzen jedoch gibt es den augenblicklichen Stand der Forschung
auf diesem Gebiet wieder.
- (ganz) groß dastehen
Überall anerkannt sein:
Nach seinem geschäftlichen Erfolg steht er jetzt ganz groß da.
GROSSTUN - sich großtun
Sich wichtig machen:
Der Sohn von Frau Meier ist Abgeordneter geworden. Da hat sie
wieder einmal allen Grund, sich großzutun.
GRÜN - vom grünen Tisch aus
Von der Theorie, vom Schreibtisch, nicht von der Praxis ausgehend
(hergeleitet von dem mit grünem Stoff bespannten Verhandlungstisch):
Vieles, was vom grünen Tisch aus beschlossen wird, erweist sich in
der Praxis als undurchführbar.
- auf keinen grünen Zweig kommen
Keinen Erfolg haben, im Leben nicht vorwärtskommen:
Wer allzu ängstlich ist und sich nicht entscheiden kann, wird im Leben
auf keinen grünen Zweig kommen.
- dasselbe in grün
Fast dasselbe:
Ob die Leute ihr Geld für Vergnügungen oder für anderen Luxus
ausgeben, ist doch dasselbe in grün. Sparen will heute niemand
mehr.
- sich grün und blau ärgern
Sich sehr ärgern:
Über dein unmögliches Benehmen bei der gestrigen Party habe ich
mich grün und blau geärgert.
GRUND - in Grund und Boden
Vollständig, völlig, sehr:
Der Kerl ist in Grund und Boden verdorben. — Als ich hörte, daß die
Leute so schlecht von meinem Bruder sprachen, habe ich mich in
Grund und Boden geschämt.
GRÜTZE - Grütze im Kopf haben (starker Ausdruck)
Klug sein (Gegenteil: keine Grütze im Kopf haben, dumm sein):
Das ist so leicht, daß es jeder verstehen kann, der auch nur etwas
Grütze im Kopf hat.
GÜRTEL - den Gürtel enger schnallen
Siehe SCHNALLEN.
GUT - gut dran sein
Glück haben:
Ich muß mir das Geld für mein Studium selbst verdienen; ich bin
nicht so gut dran wie mein Freund, der von seinen Eltern unterstützt
wird.
- das kann ja gut werden! (ironisch)
Das wird schlimm werden!:
Jetzt sind wir erst drei Tage in Urlaub und haben schon so viel Geld
verbraucht. Das kann ja gut werden!
- gut und gern
Sicher, bestimmt, gewiß:
Wie alt ist wohl Professor T.? — Der ist gut und gem (seine) 70 Jahre
alt.
- laß es gut sein!
Gib dich damit zufrieden!, laß die Sache vergessen sein!:
Ich bitte Sie vielmals um Entschuldigung. Die Sache ist mir sehr unangenehm.
— Lassen Sie es gut seinl Ich weiß schon, daß Sie es nicht
böse gemeint haben.
- j-m etwas im guten sagen
J-m etwas in freundlichem, nicht strafendem oder vorwurfsvollem
Ton sagen:
Ich habe den Kindern schon ein paarmal im guten gesagt, sie sollen
nicht solchen Lärm machen.
- nichts Gutes im Schilde führen
Schlechte Absichten haben:
Ich möchte nur wissen, was diese Jungen immer an unserem Gartenzaun
tun. Sie führen sicher nichts Gutes im Schilde.
- das ist zuviel des Guten
Das geht über meine Kraft oder meine Geduld:
Dreimal habe ich dir nun schon Geld geliehen. Jetzt willst du schon
wieder fünf Mark. Das ist wirklich zuviel des Guten.
GÜTE - ach du meine oder liebe Güte!
Ausruf des Erstaunens, des leichten Erschreckens:
Ach du meine Güte! Jetzt hat er doch wieder seinen Wagenschlüssel
liegenlassen.

 

 

 

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