F

- nach Schema F
Nach Gewohnheit, ohne viel zu denken, schablonenhaft:
Diese Arbeit können Sie nicht nach Schema F machen; Sie müssen dabei schon etwas überlegen.


FACH

- etwas unter Dach und Fach bringen oder haben
Etwas fertigmachen, erledigen:
Ich war sehr froh, als ich den Kaufvertrag endlich unter Dach und Fach hatte.


FACKELN

- nicht lange fackeln
Nicht lange zögern, schwanken, hin und her reden:
Geht jetzt endlich an die Arbeit und fackelt nicht so lange!


FADEN - den Faden verlieren
Vom Thema abkommen, nicht mehr weiter wissen:
Er ist ein schlechter Redner. Immer wieder verlor er den Faden und mußte in seinem Manuskript nachlesen.


- die Fäden in der Hand halten
Eine Sache allein leiten (Hergeleitet von den Fäden der Marionetten
beim Puppenspiel):
Der Ministerpräsident hielt die Fäden der Politik in seiner Hand.
- an einem (seidenen) Faden hängen
In größter Gefahr sein:
Der Patient ist inzwischen genesen, obwohl sein Leben wirklich nur
an einem seidenen Faden gehangen hatte.
- keinen guten Faden an j-m lassen (fam)
Starke negative Kritik an j-m üben:
Deine Schwester kann Fritz nicht leiden und läßt keinen guten Faden
an ihm.
FAHREN - mit etwas gut (schlecht) fahren
Mit etwas gute (schlechte) Erfahrungen machen:
Wenn Sie diesen Fotoapparat kaufen, werden Sie damit nicht
schlecht fahren.
- aus der Haut fahren
Sehr ungeduldig sein (werden):
Der Mann ist so nervös, daß er bei jeder Kleinigkeit aus der Haut
fährt.
- j-m über den Mund fahren
J-m scharf antworten, bevor er mit seinen Ausführungen zu Ende
ist:
Ich wollte ihm meine Meinung erklären, aber er fuhr mir dauernd
über den Mund.
FAHRT - in Fahrt kommen
In Stimmung kommen, die alle anderen mitreißt:
Nach dem zweiten Glas Wein kam er richtig in Fahrt und unterhielt
die ganze Gesellschaft.
FÄHRTE - j-n auf die richtige (falsche) Fährte bringen
J-n auf die richtige (falsche) Spur führen:
Die Untersuchungen zogen sich lange hin, weil einer der Zeugen
durch seine Aussagen die Polizei auf eine falsche Fährte gebracht
hatte.
FAHRWASSER - in seinem oder im richtigen Fahrwasser sein
Bei seinem Lieblingsthema sein:
Als er über seine neue Erfindung berichtete, war er so recht in seinem
Fahrwasser.
FALL - j-n (etwas) zu Fall bringen
1. J-n von einem (guten) Posten drängen:
Die Opposition brachte den Minister zu Fall.
2. Etwas vereiteln:
Er ruhte nicht eher, bis er den Plan seines Konkurrenten zu Fall gebracht
hatte.
FALLE - in die Falle gehen
1. Die listige Verlockung nicht erkennen, sich überlisten lassen:
Der Angeklagte ging in die Falle, die ihm der Staatsanwalt mit seiner
Frage gestellt hatte.
2. (fam) Ins Bett gehen:
Ich bin heute todmüde und werde zeitig in die Falle gehen.
FALLEN - immer auf die Füße fallen
Auch in kritischen Situationen immer Glück haben (wie eine Katze,
die bei einem Fall meist keinen Schaden nimmt):
Ihm kann passieren was will, er fällt immer auf die Füße.
- aus dem Rahmen fallen
Ungewöhnlich sein:
Fast alle Plastiken in dieser Ausstellung waren Durchschnitt. Nur
zwei Werke des Bildhauers B. fielen aus dem Rahmen.
- aus der Rolle fallen
Gegen gutes Benehmen verstoßen (Rolle = das, was ein Schauspieler
in einem Theaterstück zu sagen h<il-)P4^t
Mit seinen dummen Witzen fällt er dauernd aus der Rolle.
Zwei Werke des Bildhauers B. fielen aus dem Rahmen.
- j-m in die Hände fallen
In die Gewalt oder den Besitz eines Menschen geraten:
Ich bin bei dem Kauf dieser Aktien Betrügern in die Hände gefallen.
— Bei dem gestrigen Villeneinbruch fielen den Dieben wertvolle
Schmuckgegenstände in die Hände.
- es fällt mir wie Schuppen von den Augen
Ich erkenne es plötzlich ganz klar:
Nachdem ich vergeblich nach der richtigen Übersetzung des Textes
gesucht hatte, fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen, und
ich verstand den Text.
- mir fällt ein Stein vom Herzen
Eine große Sorge ist mir genommen:
Als der Professor mir sagte, daß er mit meiner Arbeit sehr zufrieden
sei, fiel mir ein Stein vom Herzen.
- mit der Tür ins Haus fallen
Etwas unvermittelt oder unvorbereitet vorbringen, direkt aufs Ziel
losgehen:
Wenn Sie bei Herrn X etwas erreichen wollen, dürfen Sie bei ihm
nicht mit der Tür ins Haus fallen.
- aus allen Wolken fallen
Völlig überrascht sein, vor Schreck beinahe umfallen:
Als ich von der Verlobung deiner Freundin hörte, fiel ich aus allen
Wolken.
FALLENLASSEN - die Maske fallenlassen
Die wahren Absichten zeigen:
Nachdem der Diktator die Macht errungen hatte, ließ er die Maske
fallen.
FANG - einen guten Fang machen
Etwas sehr günstig bekommen:
Mit dem echten orientalischen Teppich, den ich neulich gekauft
habe, habe ich einen guten Fang gemacht. Er ist ein sehr wertvolles
Stück.
FARBE - Farbe bekennen
Sich entscheiden, Stellung nehmen:
Es dauerte lange, bis er in der Diskussion Farbe bekannte.
FASSEN - etwas fest ins Auge fassen
Ein Ziel planmäßig und unbeirrt verfolgen:
Wer sein Ziel fest ins Auge faßt und sich nicht davon abbringen läßt,
wird im Leben auch Erfolg haben.
- etwas scharf ins Auge fassen
Etwas kritisch betrachten:
Die Abgeordneten im Parlament faßten die neue Gesetzesvorlage
scharf ins Auge.
- die Gelegenheit beim Schöpf fassen oder packen
Die Gelegenheit ausnützen:
Heute traf ich zufällig den Direktor; ichfaßte die Gelegenheit beim
Schöpf und besprach einige Dinge mit ihm, für die im Büro immer
keine Zeit bleibt.
FASSUNG - j-n aus der Fassung bringen
J-n aus der Ruhe bringen: rv .
Der Redner ließ sich durch Zwischenrufe nicht aus der Fassung
bringen. " '-V'
FAUL - die Sache ist faul
Die Sache ist schlecht, unredlich, bedenklich:
An diesem Geschäft beteilige ich mich nicht, es scheint mir eine faule
Sache zu sein.
- fauler Zauber
Übles Täuschungsmanöver:
Zum Glück erkannten wir rechtzeitig, daß alles, was er uns über die
Ertragfähigkeit seines Unternehmens sagte, fauler Zauber war, um
uns nur zur Hergabe eines Kredits zu veranlassen.
FAUST - auf eigene Faust
Selbständig, ohne Befehl:
Er wartete die Anordnung des Chefs nicht ab, sondern handelte auf
eigene Faust.
- mit der Faust auf den Tisch schlagen
Energisch vorgehen:
Wenn wir jetzt nicht einmal mit der Faust auf den Tisch schlagen,
werden sich die Verhältnisse hier nie bessern.
- wie die Faust aufs Auge passen
Überhaupt nicht passen:
Sein heller Hut paßt zum Smoking wie die Faust aufs Auge.
FÄUSTCHEN - sich ins Fäustchen lachen
Schadenfroh sein, aus heimlicher Schadenfreude lachen:
Wenn der Lehrer einen Fehler macht, lachen sich die Schüler ins
'Fäustchen.
FAUSTDICK - es faustdick hinter den Ohren haben
Schlau und listig sein, ohne daß es zunächst bemerkt wir*
Seien Sie vorsichtig bei den Verhandlungen. Herr X. ist zwar sehr
liebenswürdig, aber er hat es faustdick hinter den Ohren.
FEDER - sich mit fremden Federn schmücken
Fremde Leistung für eigene ausgeben:
Diese Weisheit stammt nicht von ihm; er schmückt sich gern mit
fremden Federn.
sich mit fremden Federn schmücken
FEDERLESEN - nicht viel Federlesens mit j -m (etwas) machen
Mit j-m (mit etwas) keine Umstände machen, etwas schnell erledigen:
Der Polizist machte mit den beiden Betrunkenen nicht viel Federlesens;
er brachte sie gleich auf die Polizeiwache.
FELL - ihm sind alle Felle weggeschwommen
Er ist traurig und enttäuscht:
Du machst ja ein Gesicht, als wären dir alle Felle weggeschwommen.
- j-m das Fell über die Ohren ziehen
J-n bei einem Handel betrügen:
Der Händler, der mir den Teppich verkaufte, hat mir aber gehörig
das Fell über die Ohren gezogen.
- j-m das Fell oder Leder gerben
J-n verprügeln:
Der Bauer erwischte den Jungen beim Apfelstehlen und gerbte ihm
tüchtig das Fell.
- ein dickes Fell haben
Unempfindlich sein, seine Ruhe nicht verlieren:
Es macht mir nichts aus, wenn mich der Chef anbrüllt. Ich habe ein
dickes Fell.
FENSTER - das Geld zum Fenster hinauswerfen
Geld verschwenden, unnötig ausgeben:
Kauf dir dieses alte Auto nicht. Das Geld dafür wäre wirklich zum
Fenster hinausgeworfen.
FERSE - j-m auf den Fersen sein
J-n verfolgen:
Die Polizei war dem Dieb auf den Fersen.
FERTIG - mit j-m (etwas) fertig werden
J-n (etwas) bezwingen, etwas meistern:
Die Kinder sind oft so wild, daß man kaum mit ihnen fertig wird. —
Hier haben Sie die Prüfungsaufgabe. Sehen Sie zu, wie Sie damit fertig
werden!
- fertig sein
Erschöpft sein, am Ende seiner Kräfte sein:
Stundenlang dauerten die Verhandlungen, und als sie zu Ende waren,
waren alle Beteiligten vollständig fertig.
FERTIGMACHEN - j-n fertigmachen
1. J-n (körperlich oder moralisch) stark schwächen, erschöpfen,
zugrunde richten:
Die Vorbereitungen zur Prüfung haben mich ganz fertiggemacht.
2. J-n umbringen, töten:
Bevor er seine Drohung, alle zu verraten, wahrmachen konnte, haben
ihn die Bandenmitglieder fertiggemacht. +
3. J-n betrunken machen:
Seine Kollegen hatten sich vorgenommen, ihn auf dem Betriebsfest
richtig fertigzumachen.
4. J-n so sehr schelten, zurechtweisen, daß er nichts mehr darauf
erwidern kann:
Der Chef hat mich heute mal wieder fertiggemacht.
34
FEST - steif und fest
Mit Bestimmtheit:
Der Angeklagte behauptete steif und fest, an dem Abend bei seinem
Freund gewesen zu sein.
FESTFAHREN - sich festfahren
Nicht mehr weiterkommen, nicht mehr weiter wissen:
Schon am ersten Verhandlungstag hatte sich die Ministerkonferenz
festgefahren.
FESTLEGEN - sich festlegen
Sich binden:
Er kann seinen Plan jetzt nicht mehr ändern, denn er hat sich durch
seine Versprechungen schon allzusehr festgelegt.
FESTNAGELN - j-n festnageln
J-n zwingen, sein Versprechen einzuhalten oder zu seiner Meinung
zu stehen, j-n auf seine Widersprüche hinweisen:
Die Opposition nagelte in der Parlamentsdebatte den Minister auf
seine früheren Äußerungen fest.
FESTSTEHEN - es steht fest
Es ist sicher:
Es steht fest, daß Kollege Müller unsere Firma verläßt.
FETT - das macht den Kohl oder das Kraut nicht fett
Das nützt nichts:
Laß nur dein Geld stecken, deine paar Pfennige machen den Kohl
auch nicht fett.
FETTNÄPFCHEN - ins Fettnäpfchen treten
Sich durch eine taktlose, unvorsichtige Bemerkung unbeliebt machen:
Ich fragte ihn, wie es seiner Frau geht. Da bin ich schön ins Fettnäpfchen
getreten; wie ich später hörte, war er von ihr seit kurzem geschieden.
FEUER - die Hand für j-n (etwas) ins Feuer legen
Für j-n (etwas) garantieren:
Der Mann ist ehrlich; für ihn lege ich meine Hand ins Feuer.
- für j-n durchs Feuer gehen
Bereit sein, alles für j-n zu tun:
Die Angestellten dieser Firma gehen für ihren Chef durchs Feuer.
- für etwas Feuer und Flamme sein
Für etwas sehr begeistert sein:
Für den Fußballsport war er schon immer Feuer und Flamme.
- Feuer fangen
Sich verlieben, schnell begeistert sein:
Kaum hatte er das Mädchen gesehen, hatte er auch schon Feuer gefangen.
FF — etwas aus dem ff können oder verstehen
Etwas sehr gründlich und gut können:
Klavierspielen kann er aus dem ff.
FINDEN - das wird sich finden
Für etwas wird eine Lösung gefunden werden, es wird in Ordnung
kommen:
Wenn meine Kinder nur wieder gesund zurückkommen, wird sich
schon alles finden.
- ein gefundenes Fressen
Eine sehr günstige Gelegenheit:
Die reiche Heirat seines Sohnes war für ihn ein gefundenes Fressen.
FINGER - wenn man ihm den kleinen Finger gibt, nimmt er die
ganze Hand
Wenn man ihm eine kleine Gefälligkeit erweist, nützt er das aus:
Weil er neulich krank war, habe ich ihn vom Büro nach Hause gefahren;
jetzt wartet er immer nach Dienstschluß auf mich; wenn man
ihm den kleinen Finger gibt, will er die ganze Hand.
- lange oder krumme Finger machen
Stehlen:
Lassen Sie Ihr Geld nicht so herumliegen. Es könnte leicht einer
lange Finger machen.
- j-m auf die Finger sehen
J-n beobachten, kontrollieren:
Wenn man ihm nicht genau auf die Finger sieht, arbeitet er schlecht.
- sich etwas an den fünf Fingern abzählen
Etwas voraussehen, sich etwas ausrechnen können:
Daß er bei seiner Unvorsichtigkeit einmal mit dem Auto einen Unfall
bauen (haben) wird, kann man sich an den fünf Fingern abzählen.
- sich in den Finger geschnitten haben
Sich geirrt haben:
Wenn du glaubst, daß Fritz das Geld bald zurückzahlen wird, hast
du dich aber gehörig in den Finger geschnitten.
- j-n um den (kleinen) Finger wickeln können
J-n leicht lenken können:
Das Kind wickelt seine Großeltern um den (kleinen) Finger, sie tun
alles, was es will.
- sich die oder alle zehn Finger nach etwas lecken
Etwas sehnlichst wünschen, etwas sehr gern haben wollen:
Warum bist du mit deiner Stellung nicht zufrieden? Andere würden
sich die (oder alle) zehn Finger danach lecken.
- die Finger von etwas lassen
Sich mit etwas nicht befassen, mit etwas nichts zu tun haben wollen:
Laß deine Finger vom Spiel und vom Alkohol.
- sich etwas aus den Fingern saugen
Etwas frei erfinden:
Diese Meldung hat er sich nur aus den Fingern gesogen.
- keinen Finger regen oder rühren oder krumm machen
Nichts tun, sich nicht anstrengen:
Er hat sein Geld verdient, ohne auch nur einen Finger krumm zu
machen.
- seine Finger überall drin haben
1. Sich um Dinge kümmern, die einen eigentlich nichts angehen:
X. ist sehr ehrgeizig; er kümmert sich nicht nur um seine Angelegenheiten,
sondern will überall seine Finger drin haben.
2. Sehr einflußreich sein:
Seien Sie vorsichtig, wenn Sie dem Präsidenten Ihre Meinung über
die Geschäftsführung der Firma X. sagen; man weiß nicht, wo er
überall seine Finger drin hat.
- sich die Finger verbrennen
Siehe VERBRENNEN.
FISCH - gesund (munter) wie ein Fisch im Wasser
Sehr gesund, sehr munter:
Der Arzt hat mir geraten, eine Kur zu machen; dabei fühle ich mich
so gesund wie ein Fisch im Wasser.
- das sind kleine Fische
Das ist eine Kleinigkeit:
Die Summe kann ich dir gern leihen. Das ist nur ein kleiner Fisch für
mich.
FITTICH - j-n unter seine Fittiche nehmen
J-n beschützen, für j-n sorgen:
Der berühmte Dirigent nahm den jungen Musiker unter seine Fittiche.
Der berühmte Dirigent nahm den jungen Musiker unter seine Fittiche.
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FIX - fix und fertig
1. Vollständig fertig:
Wie lange soll ich noch auf dich warten? Ich bin schon seit zehn Minuten
fix und fertig.
2. Völlig erschöpft:
Den ganzen Tag habe ich im Garten gearbeitet. Jetzt bin ich aber fix
und fertig.
FLAUSEN - Flausen im Kopf haben
Unnütze Ideen haben:
Tue etwas Nützliches! Du hast ja nur Flausen im Kopf.
FLECK - das Herz auf dem rechten Fleck haben
Ein verständnisvoller, mutiger, mitfühlender Mensch sein:
Fritz ist zwar nicht außergewöhnlich begabt, aber er hat das Herz auf
dem rechten Fleck und wird sicher Erfolg haben.
- vom Fleck weg
Sofort, auf der Stelle:
Die Polizei hat den Dieb vom Fleck weg verhaftet.
- nicht vom Fleck kommen
Nicht vorwärtskommen:
In der letzten Woche bin ich mit meiner Arbeit gar nicht recht'vom
Fleck gekommen.
FLEISCH - j-m in Fleisch und Blut übergehen
J-m zur Gewohnheit werden:
Man muß die Kinder schon sehr bald an Ordnung gewöhnen; sie
muß ihnen in Fleisch und Blut übergehen.
- sich ins eigene Fleisch schneiden
Sich selbst schaden:
Mit der Beschwerde beim Chef hast du dir ins eigene Fleisch geschnitten.
FLICKEN - j-m etwas am Zeuge flicken
Bei j-m Fehler suchen und kritisieren:
Der Chef sieht nicht, welche Mühe sich der Lehrling gibt, um alles
richtig zu machen. Ich glaube, er kann ihn nicht leiden, denn dauernd
sucht er ihm etwas am Zeuge zu flicken
FLIEGE - in der Not frißt der Teufel Fliegen
Wenn man nichts Besseres hat, begnügt man sich mit Geringerem:
Ich habe für Goethes „Faust" nur noch einen Platz im zweiten Rang
bekommen können. In der Not frißt der Teufel Fliegen.
- zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen
Zwei Dinge zusammen erledigen:
Mit meiner Reise nach Nürnberg will ich zwei Fliegen mit einer
Klappe schlagen. Zuerst schließe ich bei einer Firma ein Geschäft ab,
und dann besuche ich meinen Freund, den ich schon lange nicht
mehr gesehen habe.
- ihn ärgert die Fliege an der Wand
Er ärgert sich über jede Kleinigkeit:
Wenn er einen Schnupfen hat, ist er unerträglich; da ärgert ihn die
Fliege an der Wand.
FLINTE - die Flinte ins Korn werfen
Sich entmutigen lassen:
Er hat keine Ausdauer. Bei der ersten Schwierigkeit wirft er schon
die Flinte ins Korn.
FLOH - j-m einen Floh ins Ohr setzen
J-m einen Gedanken eingeben, der ihm keine Ruhe läßt:
Hör auf, von einer Reise nach Italien zu sprechen! Deine Freundin
hat dir damit einen Floh ins Ohr gesetzt!
FLÖTENTÖNE - j-m die Flötentöne beibringen
J-m strenge Vorhaltungen machen:
Sie hat heute wieder nicht die Arbeiten erledigt, die ich ihr wiederholt
auf getragen habe. Ich werde ihr jetzt aber die Flötentöne beibringen!
FLUG - wie im Fluge
Sehr schnell:
Wir haben uns heute abend so gut unterhalten, daß mir die Zeit wie
im Fluge vergangen ist.
FLÜGEL - die Flügel hängen lassen
Enttäuscht, mutlos sein:
Du brauchst wegen deiner enttäuschten Liebe nicht dein Leben lang
die Flügel hängen zu lassen.
FLUSS - etwas in Fluß bringen
Etwas in Gang bringen:
Er bemühte sich, die stockende Unterhaltung wieder in Fluß zu bringen.
FOLTER - j-n auf die Folter spannen
J-n in Spannung halten, j-n mit Ungewißheit quälen:
Nun erzähle mir doch schon, was geschehen ist, und spann mich
nicht so auf die Folter!
FORM - die Form wahren
Den Anstand bewahren:
Trotz heftiger Auseinandersetzungen wahrten alle Beteiligten die
Form, und es kam zu keiner beleidigenden Äußerung.
- in Form sein
Auf der Höhe seiner Leistungen sein:
Der Sportler war beim gestrigen Wettkampf nicht in Form.
FRAGE - in Frage stellen
Unsicher machen:
Durch seinen Unfall war die ganze Reise in Frage gestellt.
- das kommt nicht in Frage
Das ist ausgeschlossen:
Daß du jetzt Schauspielunterricht nimmst, kommt gar nicht in Frage.
FREI - j-n auf freien Fuß setzen
J-n freilassen:
Der Verhaftete wurde schon nach drei Tagen wieder auf freien Fuß
gesetzt.
- j-m freie Hand lassen
J-n nicht behindern:
Mein Chef läßt mir bei meiner Arbeit völlig freie Hand.
- etwas aus freien Stücken tun
Etwas freiwillig tun:
Die Arbeiter verzichteten aus freien Stücken auf ihre Mittagspause,
weil sie die elektrische Anlage noch am selben Tag fertigstellen wollten.
'Itmäm
- ich bin so frei
Ich erlaube mir (Höflichkeitsformel, wenn man etwas Angebotenes
annimmt):
Darf ich Sie morgen zum Mittagessen einladen? — Danke vielmals,
ich bin so frei.
- frank und frei
Ganz offen:
Was halten Sie von dieser Angelegenheit? Bitte, sagen Sie mir frank
und frei Ihre Meinung.
FRESSEN - einen Narren an j-m gefressen haben
J-n besonders gern mögen:
Sie hat an meinem Jüngsten einen Narren gefressen.
- j-n gefressen haben (starker Ausdruck)
J-n nicht leiden können:
Diesen frechen Kerl habe ich gefressen.
FRESSEN - ein gefundenes Fressen
Siehe FINDEN.
FRIEDEN - dem Frieden nicht trauen
Mißtrauisch sein:
Er hat schon so oft Versprechungen gemacht und sie nicht gehalten,
jetzt traue ich dem Frieden nicht mehr.
FROMM - ein frommer Wunsch
Ein Wunsch, der nicht in Erfüllung geht:
Der ewige Friede wird wohl immer ein frommer Wunsch bleiben.
FUCHS - wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen
In einer einsamen, verlassenen Gegend:
In diesem Jahr möchte ich meinen Urlaub dort verbringen, wo sich
fuchs und Hase gute Nacht sagen und ich nichts von der Welt sehe
und höre.
FUCHSEN - das fachst mich
Das ärgert mich:
Es fuchst mich wirklich, daß ich in dieser leichten Aufgabe zwei Fehler
gemacht habe.
FUCHTEL - j-n unter der Fuchtel haben
J-n in seiner Willensfreiheit beschränken, j-n in strenger Zucht halten:
Der Mann ist ein richtiger Haustyrann, er hat seine ganze Familie
unter der Fuchtel.
FUFFZIGER - ein falscher Fuffziger (oft scherzhaft)
Ein unaufrichtiger Mensch (Fuffziger = Fünfziger):
So ein falscher Fuffziger! Eine Stunde saßen wir beieinander, und er
erzählte mir nicht, daß meine frühere Verlobte geheiratet hat!
FÜHLER - die Fühler ausstrecken
Sich informieren:
Schließen Sie das Geschäft noch nicht ab! Ich will erst einmal meine
Fühler ausstrecken und zu erfahren suchen, welche Angebote der
Konkurrenz gemacht worden sind.
FUHREN - das große Wort führen
Sich wichtig machen:
In jeder Gesellschaft will er das große Wort führen.
- sich gut (schlecht) führen
Sich gut (schlecht) betragen:
Weil sich der Gefangene gut geführt hatte, wurde ihm der Rest seiner
Strafe erlassen.
- sich etwas zu Gemüte führen
Etwas mit großem Appetit essen:
Und nun, meine verehrten Gäste, darf ich Sie bitten, sich den Gänsebraten,
den man hier besonders gut zubereitet, zu Gemüte zu fähren.
FÜNF - fünf gerade sein lassen
Es nicht so genau nehmen (fünf ist keine gerade Zahl):
Eine Hausfrau muß im Haushalt auch einmal fünf gerade sein lassen
und sich Zeit zu anderen Dingen nehmen.
- das fünfte Rad am Wagen sein
Uberflüssig sein:
Wenn du mit Fritz ausgehst, komme ich nicht mit. Ich möchte nicht,
das fünfte Rad am Wagen sein.
FUNKE - einen Funken
Ein wenig:
Wenn er nur einen Funken Ehrgeiz hätte, könnte er Ausgezeichnetes
leisten.
- der Funke ins Pulverfaß
Der letzte Anstoß, um eine Sache gefährlich zu machen:
Der Aufruf zur Opposition war der Funke ins Pulverfaß. DieMenge
rottete sich zusammen und wollte das Rathaus stürmen.
FUSS - j-n (etwas) mit Füßen treten
1. J-n schlecht behandeln:
Diese Verordnung der Regierung tritt die Rechte der Bürger mit Füßen.
2. Etwas nicht (be)achten:
Erst viel später erkannte er, daß er sein Glück (alle guten Ratschläge)
mit Füßen getreten hatte.
- den Boden unter den Füßen verlieren
Haltlos werden:
Seitdem der junge Mann sein Elternhaus verlassen hat, hat er gänzlich
den Boden unter den Füßen verloren.
- auf eigenen Füßen stehen
Selbständig sein:
Seit dem Tode seines Vaters steht P. auf eigenen Füßen.
- j-m auf den Fuß treten
J-n ärgern, j-n verletzen:
Boden unter den Füßen verlieren
Fräulein B. ist sehr empfindlich; bei der geringsten Kleinigkeit fühlt
mir sich auf den Fuß getreten.
- auf großem Fuß leben
Verschwenderisch leben:
Seine Geschäfte gehen lange nicht mehr so gut wie früher. Trotzdem
Irin er weiter auf großem Fuß.
- mit j-m auf gutem Fuß stehen oder leben
Sich mit j-m gut vertragen, freundschaftlich miteinander verkehren:
Ich werde gern Ihre Bewerbung bei der Firma Y. unterstützen; mit
dem Direktor der Firma stehe ich auf sehr gutem Fuß. — Seitdem
meine Nachbarin Unwahrheiten über mich verbreitet hat, stehe ich
mit ihr auf keinem guten Fuß.
- kalte Füße bekommen
Angst bekommen, so daß man seinen Plan fallenläßt:
Gestern noch wollte er sich beim Direktor über seinen Abteilungsleiter
beschweren. Jetzt hat er kalte Füße bekommen und unterläßt es.
- j-m die Sache oder den ganzen Bettel vor die Füße werfen
Nicht mehr mit j-m zusammenarbeiten wollen:
Jetzt hat er seine eigene Firma gegründet. Nach dem Streit hat er seinem
früheren Partner den ganzen Bettel vor die Füße geworfen.
- mit einem Fuß im Gefängnis stehen
Siehe BEIN.
- immer wieder auf die Füße fallen
Siehe FALLEN.


 

 

 

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